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Du hast eine spezielle Frage zur Wurmkiste? Dann bist du hier richtig.

Du möchtest in 30 Minuten zum Wurmkisten-Profi werden? Dann legen wir dir unsere Betriebsanleitung ans Herz. Sie liegt auch bei jeder bestellten Wurmkiste von uns bei.

FAQs

FAQs

Die Basics – Erste Fragen zur Wurmkiste

Eine Wurmkiste ist ein kleiner Komposter, mit dem du in deiner Küche (oder in einem anderen Zimmer deiner Wohnung) kompostierst. In der Kiste leben Kompostwürmer, die deinen Biomüll schlürfen. Hilfe bei der Verwertung der Küchenabfälle erhalten sie durch Mikroorganismen. Diese Art der Kompostierung ist sehr effizient: Nach 6 Monaten erhältst du den ersten Wurmhumus – so werden die Ausscheidungen der Würmer bezeichnet – mit dem du deine Zimmerpflanzen oder die eigene Gemüseaufzucht belebst. Wurmhumus riecht wie Waldboden und ist reich an Enzymen und Mikroorganismen, was ihn zu einem effektiven bio-organischen Dünger macht.

Erklärvideo: Was ist eine Wurmkiste?

Die Mikroorganismen und die Würmer helfen in der Wurmkiste zusammen. Sie beginnen gleich mit der Verwertung des Biomülls. Mit der Umsetzung sind sie flott und fertig, bevor Fäulnis entsteht und somit Geruchsentwicklung stattfinden kann. Durch die Zugabe von Karton bleibt das Substrat strukturiert und Luft kann zirkulieren. So wird der Inhalt belüftet. Wurmkompostierung funktioniert am Besten mit genügend Sauerstoff. Darum ist für uns auch Holz die erste Wahl beim Wurmkistenbau.

Kompostwürmer sind Rohkostveganer. Damit ist schon das wesentliche erklärt. Sie ernähren sich vornehmlich von Obst- und Gemüseabfällen. Du fütterst regelmäßig 1x am Tag oder alle 3 Tage eine größere Menge.

Mehr Infos findest du unter Wurm-Futter’

In unserer Futterliste findest du im Detail, was in die Wurmkiste darf und was lieber nicht hineinsoll: Futterliste – was darf in eine Wurmkiste?

Schön und Praktisch: Zum Aufhängen gibt es auch unser Futter-Plakat.

Mit einer Wurmkiste ziehen Lebewesen bei dir ein.
Sie brauchen ein wenig Aufmerksamkeit und Pflege. Der Aufwand liegt irgendwo zwischen Topfpflanze und Hamster. Je nachdem, wie ausgeprägt dein grüner Daumen ist. Aber keine Sorge: der grüne Daumen wächst mit einer Wurmkiste ganz von alleine.

Würmer sind grundsätzlich sehr pflegeleicht und freuen sich über deine frischen Biomüll-Reste, die sie dann verlässlich in wertvolle Erde verwandeln. In unserer Betriebsanleitung erfährst du alles, was du für den Gebrauch wissen musst, damit du und die Würmer gut zurechtkommen und ihr gemeinsam Freude am Kompostieren habt. Bei Unsicherheiten oder Notfällen ist auch unser Team mit persönlichem Support für dich erreichbar.

Du weißt, dass deine Bio-Reste in Zukunft kompostiert werden? Dein Biomüll freut sich auch schon?
Wunderbar. Hier die praktische Checkliste als Vorbereitung:

Checkliste für die Wurmkiste

Grundsätzlich haben die Würmer daran wenig Interesse.
Auch wenn sie deine Gesellschaft sicher sehr schätzen, finden sie in der Kiste alles, was sie gerne mögen: Futter, Dunkelheit und Feuchtigkeit.

Der Deckel der Kiste ist mit einem Dichtband gut abgedichtet.
Wichtig beim Selbstbauset: Achte beim Zusammenbauen darauf, dass die Dichtungsbänder an den Ecken ohne Abstand angebracht werden.

Zur Sicherheit kannst du frisch nach dem Einziehen der Würmer in den ersten Nächten eine Lichtquelle bei der Wurmkiste aufstellen. Sie brauchen manchmal ein wenig Zeit zum Eingewöhnen und sind dann etwas neugieriger als sonst. Da Würmer sehr lichtempfindlich sind, wird so kein Wurm aus der Kisten verschwinden. Nach wenigen Tage ist dies nicht mehr notwendig – sie haben sich gut eingelebt.

Video Wurmhotline: Was tun mit der Wurmkiste bzw. den Würmern im heißen Sommer oder im kalten Winter.

Eine bis drei Wochen werden es deine Würmer ohne dich aushalten.
Wenn der Urlaub länger dauert ist das schön für dich, für deine Würmer solltest du aber einen Wurmsitter suchen.

Futter:
– Unter einer Woche: Deine Würmer brauchen keine extra Ration.
– Unter drei Wochen: Futter für etwa eine Woche hineingeben, befeuchten und mit Kartonschnipseln mischen.
– Über drei Wochen: Suche einen Wurm-Sitter. Ansonsten stelle sicher, die Wurmkiste an einen kühleren Standort zu platzieren und gib wie gleich unten beschrieben Futter für eine Woche und viele Kartonschnipsel dazu.

Standort:
– Wähle den kühlsten Raum bei dir zuhause. Meist Gang, Badezimmer oder Keller. Achte darauf, dass die Wurmkiste keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommt.

Ideales Wurmkisten-Futter für deinen Urlaub sind ungedüngte Kokosfasern. Du findest sie bei uns im Shop einzeln als gepressten Kokos-Block oder als Bestandteil des großen Pflegesets. Wenn du zwei Wochen weg bist, sind deine Würmer mit einem halben Block – Fasern vorher in Wasser einweichen – bestens versorgt. Die Fasern speichern und halten auch gut die Feuchtigkeit.

Wurmteetasse leeren vor der Abreise. Schadet nicht :-)

Spezialtipps vom wurmkiste.at-Team zu den Themen Sommer, Urlaub und Hitze findest du in diesem Blogbeitrag.

Die älteste Wurmkiste im Betrieb bei uns läuft seit über 9 Jahren. Lediglich die oberen Schichten wurden etwas “angeknabbert” und das Innere der Kiste erinnert jetzt an einen älteren Parkettboden. Der Kompostierprozess läuft wunderbar und die Würmer fühlen sich wohl.

Noch mehr Infos in unserem Blogartikel: “Warum wir auf Holz setzen

Das beliebteste Modell DIE Wurmkiste wird von uns ständig weiterentwickelt. So stellen wir sicher, dass du ein Produkt erhältst, mit dem du gerne arbeitest und lange Freude hast.

Natürlich kannst du deine Wurmkiste auch selbst bauen! Wir freuen uns über alle, die sich gerne näher mit der faszinierenden Welt der Wurmkompostierung beschäftigen wollen.

Was wir dir aber mit auf den Weg geben möchten: Um eine Wurmkiste zu bauen, die dicht ist, optimal kompostiert und auf die Bedürfnisse der Würmer abgestimmt ist, gibt es einiges zu beachten und planen. In unseren Produkten stecken mehr als 8 Jahre Tüftelei und Optimierungen – einige unsere ersten Versuche sind schief gegangen! Wir wollen dir keinesfalls die Lust am Basteln nehmen, aber auf der sichereren Seite bist du mit einem unserer DIY-Sets. Das kostet nur minimal mehr, als wenn du alle Teile selbst kaufst und den Kund*innenservice gibts obendrein.

Ein Video zu unseren DIY-Sets gibts auch:
So baust du deine Wurmkiste

Theoretisch ja. Praktisch sprechen aber zwei Gründe eher dagegen. Zum Starten der Wurmkiste braucht man um die 500 Würmer, welche der richtigen Gattung angehören (Kompostwurm). Wir verwenden in Europa natürlich vorkommende Wurmarten. Umgekehrt ist es also gar kein Problem: Die Würmer aus deiner Kiste können auch dein Gartenbeet oder deinen Komposthaufen bereichern. (Wenn du zB. die Population nach einiger Zeit teilen möchtest)

Nach dem Start deiner Wurmkiste/deines Wurmkomposters mit einer Wurmpopulation in ausreichend großer Menge, brauchst du keine Würmer mehr nachkaufen. Sie vermehren sich in der Kiste von alleine.

Eigentlich nicht. Die Würmer passen sich der Kistengröße und der Futtermenge an und haben eine Maximaldichte, ab der sie sich nicht mehr vermehren. Du kannst aber natürlich Würmer an Freunde weitergeben, die auch eine Wurmkiste starten möchten. Und wenn du wirklich, wirklich viele hast, kannst du sie uns verkaufen. Wir zahlen 1,9 Cent pro ausgewachsenem Wurm.

Eine gute Idee!
So werden natürliche Kreisläufe ganz selbstverständlich erklärt. Die Apfelreste, die Bananenschale werden – innerhalb kurzer Zeit – vor den eigenen Augen wieder zu Erde.
Hier ein Erfahrungsbericht aus dem Klassenzimmer.

Für besonders neugierige Nasen gibt es unsere Wurmkiste mit Sichtfenster.

500 neue Teammitglieder – das macht was her.

Hier erfährst du mehr über den Arbeitsalltag mit Würmern.

Wissen zur Kompostierung mit Würmern ist unser Firmenschatz. Jedes Teammitglied sammelt Erfahrungen, wir probieren aus, forschen und stellen es dann gratis zur Verfügung. Hier in den FAQs, in den Anleitungen und im Support.

Warum machen wir das? Weil wir möchten, dass Kompostieren wieder ganz normal wird. Was für unsere Omas und Opas noch alltägliches Wissen war, dürfen wir als Gesellschaft teilweise wieder neu kennenlernen.
Und das macht Freude, die wir gerne teilen.

Wurmkompostierung macht Sinn. Mit einer Wurmkiste ziehen Lebewesen bei euch ein, denen es langfristig gut gehen soll. Und der Biomüll soll tatsächlich verwertet werden. Das wollen wir sicherstellen. Daher teilen wir unser Wissen so freigiebig.

Es ist also nicht verschenkt, sondern gut investiert.

Natürlich könnt ihr uns unterstützen, indem ihr eine Wurmkiste bewusst bei uns bezieht. Wir versorgen euch dann laufend mit neuesten Erkenntnissen

Wenn du regelmäßige Infos über Wurmwissen und Aktionen möchtest -> Hier geht’s zur Wurmpost

Ja, zugegeben, das ist manchmal das schwierigste an der Wurmkiste überhaupt.

Seht euch mal als Einstieg unseren coolen Spot oder das Video, in dem David erzählt, wie er auf den Wurm gekommen ist.
(Spoiler: als er noch keine Wurmkiste hatte, hat er seinen Biomüll im Park vergraben)

Wenn das noch nicht reicht, hätten wir noch 6 gute Gründe für eine Wurmkiste.

Wenn dann noch immer Zweifel bestehen, lasst es mal ein wenig sickern.
Die große Zeit der Würmer kommt bestimmt :-)

Welche Wurmkiste passt zu mir?

Mach doch unseren 1-Minuten-Test und finde den passenden Wurmkomposter für dich.

Du möchtest die optimal auf die Ankunft und die erste Zeit mit deiner Wurmkiste vorbereiten? Dann ist die praktische Checkliste für den Wurmkisten-Start genau das richtige für dich!

Je nach Modell kann deine Wurmkiste ganzjährig draußen stehen oder sollte zumindest im Winter in die gute Stube reingeholt werden. Grundsätzlich gilt: Dort wo du dich selber gerne länger aufhältst, passt es auch für die Würmer in der Kiste gut. Die Wurmkiste vor direkter Sonne und Regen schützen! So hält deine Wurmkiste länger und die Temperaturschwankungen sind geringer. Dasselbe gilt für den WormBag.

Hier unsere Modelle im Vergleich mit den jeweiligen Standort-Empfehlungen.

Man kann zu viert auf der Kiste tanzen, auch auf der mit Rollen – wir habens getestet. ;)
Eine Wurmkiste mit Rollen kann max. 250kg tragen. Die Wurmkisten ohne Rollen schaffen deutlich mehr.

Ja, das geht durchaus. Wenn die Temperaturen auch im Winter nicht unter +5 Grad sinken, ist es sogar optimal. Bei weniger als +5 Grad stellen die Würmer das Fressen sein. Temperaturen unter Null können ihnen schaden, wenn der Füllstand in der Kiste oder im WormBag noch nicht hoch genug ist und sie noch nicht ausreichend Rückzugsmöglichkeit/Wärmespeicher haben.

Sicher, nur bitte regelmäßig auf ausreichende Feuchtigkeit mittels Faustprobe (Betriebsanleitung) in der Kiste achten. Die Wurmkiste sollte nicht unmittelbar über einem Knotenpunkt der Fußbodenheizung stehen.

Warum wir auf Holz setzen?

Es “atmet” und diese Eigenschaft wirkt sich auch positiv auf die Wurmkompostierung aus. Auch im geölten Zustand (Leinöl) geschieht ein Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung. Bei Wetterumschwüngen sind Wurmkisten aus Holz gegenüber ihren “Kollegen” aus Kunststoff besser gerüstet. Die Dicke und Porosität des Holzes macht es zu einem schlechten Wärmeleiter – so sind die Würmer und der Kompostierprozess im Inneren besser geschützt, wenn die Wurmkiste draußen steht. Ein weiteres Argument: Holz ist ein nachwachsender, natürlicher Rohstoff. Wir lieben die Arbeit damit und die Kisten können auch noch nachträglich von euch zuhause individuell gestaltet werden: Knöpfe, Bemalungen etc. Natürlich lebt ein natürlicher Rohstoff und verändert sich im Laufe der Zeit.

Die älteste Wurmkiste im Betrieb bei uns läuft seit über 8 Jahren. Lediglich die oberen Schichten wurden etwas “angeknabbert” und das Innere der Kiste erinnert jetzt an einen älteren Parkettboden. Der Kompostierprozess läuft wunderbar und die Würmer fühlen sich wohl.

Welches Holz verwenden wir für die Wurmkisten?

Wenn du auch möchtest, dass deine Wurmkiste so lange hält, haben wir folgende Tipps für dich:

1) Bei Selbstbausets: Öle deine Kiste nach dem Zusammenbauen und Abdichten außen und innen mit Leinöl. (die GROßE Familienwurmkiste muss nicht eingeölt werden)
2) Wurmkompostierung braucht ausreichend Feuchtigkeit, aber nicht viel. Der Deckel sollte zB nie dauerfeucht sein
3) Ernte regelmäßig ca. alle 6 Monate
4) Reinige die Membran bei jeder Ernte vorsichtig mit Wasser und einer weichen Bürste
5) Wenn du bei der Ernte merkst, dass das Holz deiner Kiste sehr feucht ist, lass sie einen Tag trocknen bevor du neu startest
6) Schmutz lässt sich einfach mit einem Schwamm und warmen Wasser entfernen. Du kannst deine Wurmkiste auch wiedermal mit Leinöl außen nachölen. Dann strahlt sie wieder im alten Glanz.
7) Falls zB eine Dichtung am Deckel erneuert werden muss: Diese kannst du bei uns nachkaufen. Wir bieten diese Ersatzteile an, weil es uns wichtig ist, dass unsere Kisten lange in Betrieb sind und ihr Freude daran habt.

Noch mehr Infos in unserem Blogartikel: “Warum wir auf Holz setzen”

Wenn deine Wurmkiste ganzjährig draußen stehen soll, empfehlen wir die GROßE Familienwurmkiste aus Lärchenholz.

Die Funktionsweise der Wurmkiste

Ganz einfach erklärt: Kompostwürmer haben Biomüll zum Fressen gerne. Und sie haben uns etwas Wesentliches voraus: Ihre Ausscheidungen sind wertvoller Dünger.

Nun noch etwas genauer: Bevor die Würmer ihre Arbeit verrichten, schließen Mikroorganismen die Oberfläche des Biomülls auf, um sich mit den gewonnenen Stoffen zu vermehren. Auch andere Kleinstlebewesen und Pilze sind daran beteiligt. Die Kompostwürmer haben keine Zähne und saugen an Pilzen und Bakterien. So verdauen sie das Substrat, Mikroorganismen sowie mineralische Zusatzstoffe und erzeugen daraus Wurmkot, der eine stabile Masse ergibt und aussieht wie kleine Krümel. Wurmkot ist nichts anderes als der fertige Wurmkompost bzw. Wurmhumus in Kleinstform. So wird aus 10 kg Biomüll 1 kg Wurmhumus. Dieser enthält bis zu 7x so viele Nährstoffe wie normale Gartenerde.

Durch Kompostierung wird CO2 wieder in der Erde gebunden – so kann eine Wurmkiste ca. 67 kg CO2 pro Jahr einsparen (im Vergleich zur Entsorgung im Restmüll in einer Großstadt wie Wien). Würmer sind grundsätzlich sehr robust und brauchen nicht viel zum Glücklichsein. Eine ausgewogene Ernährung, bestehend aus frischen Biomüll-Abfällen und Faser-Futter (z.B. Karton, Zeitungspapier, getrocknetes Laub), versorgt sie optimal. Gut zu wissen: Wurmkompostierung funktioniert nur mit ausreichend Sauerstoff, daher hat die Wurmkiste Lüftungslöcher. Auch Kartonstücke als Futter oder getrocknete Blätter lockern auf und sorgen für Lufteinschlüsse.

Im Prinzip brauchen Würmer nur vier Dinge: Futter, einen dunklen und etwas feuchten Wohlfühlort, Sauerstoff und ab und zu ein wenig Pflege. Du erhältst dafür wertvolles “schwarzes Gold” für deine Pflanzen. Jede Wurmkiste ist individuell – durch das unterschiedliche Futter herrscht ein eigener mikrobiologischer Kosmos. So erklärt sich auch, warum in der einen Wurmkiste z.B. Kartoffelschalen gefressen werden und in der anderen nicht.

Blogbeitrag: Wirkungsweise Wurmkompost und Wurmtee

Der Biomüll in der Wurmkiste zersetzt sich fortlaufend in Humus. Die oberste Schicht besteht aus 2-4cm frischem Biomüll. Direkt darunter sind die Würmer sehr aktiv und beginnen mit ihrer Arbeit. Im unteren Bereich der Wurmkiste befindet sich der fertige Humus. Dort ist kaum noch Fressbares und daher sind auch nur noch wenige Würmer zu finden. Dieses Prinzip macht man sich bei der Ernte zu nutze.

Eine Wurmkiste ist ein Ökosystem mit unzählig vielen verschiedenen Abläufen und komplexen Zusammenhängen. Wenn du dir zB unsicher bist, ob die Würmer ein bestimmtes Futter mögen, kannst du es mit einer kleinen Menge in einer Ecke ausprobieren und den Prozess beobachten. Wie Würmer untereinander kommunizieren, warum Springschwänze zu scheinbar Millionen auftauchen und am nächsten Tag wieder verschwunden sind – das sind Fragen, die nicht einmal WurmforscherInnen beantworten können.

Falls ein unerklärliches Phänomen in der Wurmkiste auftritt, am Besten erstmal beobachten:
-Was genau kann man sehen?
-Welche Ursachen könnte es geben? zB Änderung von Standort, Futter
-Was verändert sich im Laufe der Woche?
-Verschwindet das Problem oder wird es größer?

Wenn man unsicher ist, für eine Woche einen Futterstopp einlegen und die Feuchtigkeit kontrollieren – dies stabilisiert das Ökosystem. Viele Probleme lösen sich daraufhin von selbst.

Zwei bekannte Möglichkeiten, Biomüll im Wohnraum zu verwerten, sind die Wurmkiste und der Bokashi Eimer. Beide Systeme verarbeiten den Biomüll in der Wohnung. In der Wurmkiste machen die Arbeit die Regenwürmer, die gleichzeitig das Endprodukt Wurmhumus herstellen. Im Bokashi Eimer wird durch die Fermentionsbakterien versucht, dass kein Geruch entsteht.

Hier unsere Erfahrung mit den beiden Systemen.

Starten der Wurmkiste

Video Anleitung zum Wurmkisten-Start

Die Wurmkiste ist fertig zusammengebaut? Holzleim/Kleber sind beim Selbstbauset gut getrocknet? Du hattest Zeit, die mitgelieferte Betriebsanleitung einmal durchzulesen? Dann wird es Zeit, die Würmer in ihr neues Zuhause einziehen zu lassen.

  1. Gib die Würmer samt Substrat – welches mit vielen Mikroorganismen als Kompostier-Helfer angereichert ist – auf die Membran in der Kiste.
  2. Feuchte Kartonschnipsel (z.B. 1-2 Seiten des Verpackungskartons klein reißen) ebenfalls in die Kiste geben und gar nicht oder nur oberflächlich vorsichtig untermischen.
  3. Mit einer Sprühflasche 0,4 Liter Wasser in die Wurmkiste sprühen. Info: Das Substrat sollte nur anfangs so exrem feucht sein, da die trockenen Holzwände noch Wasser ziehen. Behalte deshalb in den ersten 2 Wochen die Feuchtigkeit gut im Auge und sprühe bei Bedarf. Im laufenden Betrieb kommt üblicherweise mit dem frischen Biomüll genug Feuchtigkeit in die Kiste, welche vom Karton und dem fertigen Wurmhumus auch lange gespeichert wird.
  4. Decke den Inhalt mit der mitgelieferten Hanfmatte ab. So bleibt die Feuchtigkeit im Substrat. Die Hanfmatte liegt immer oben auf, zum Füttern einfach anheben.
  5. Jetzt ist es erstmal Zeit, die Würmer in Ihrem neuen Zuhause ankommen zu lassen. Sie hatten eine lange Reise und werden die ersten Tage alle Ecken Ihres neuen Lebensraums erforschen wollen. Wundere dich deshalb nicht, wenn sie neugierig in der Kiste herumklettern.
  6. Gefüttert wird ab dem 3. Tag. Anfangs gilt: weniger ist mehr!
  7. Würmer sind sehr lichtscheu: Wenn Licht in die offene Kiste kommt, werden sie schnell unter der Hanfmatte verschwinden. Um in den ersten Tagen Ausbrüche von noch irritierten Würmern zu verhindern, kann nachts eine Lampe auf die Wurmkiste gerichtet werden.
  8. Falls die Kompostwürmer nicht von uns sind und mit wenig Substrat geliefert wurden, gib ihnen bitte ungedüngte eingeweichte Kokosfasern, um ihren Lebensraum zu vergrößern.
  9. Falls du ein Modell mit Erntehilfe verwendest, gib diese ca. zwei bis drei Monate nach dem Start in deine Wurmkiste. Den richtigen Zeitpunkt erkennst du daran, wenn die Erntehilfe gerade noch hineinpasst und der Deckel perfekt schließt: Ohne Reinpressen (Erntekiste) bzw. Leerräume an den Ecken (Erntenetz). So wird der Kompostiervorgang optimal fortgesetzt: Die Würmer wandern durch den offenen Boden nach oben zum frischen Biomüll. Um ihnen den Umzug zu erleichtern, kannst du gleich eine Handvoll Substrat mit Würmern aus der Wurmkiste nach oben in die Erntehilfe geben. Die Erntehilfe sollte nach dem Einsetzen bis zur Ernte nicht mehr grundlos herausgenommen werden.
  10. Viel Freude beim Beobachten und Kennenlernen.

Alles Wissenswerte zum Starten findest du auch in der Betriebsanleitung. Sie liegt auch jeder von uns ausgelieferten Wurmkiste bei.

In den ersten sechs Monaten richtet sich der Mikrokosmos Wurmkiste ein, findet sich zurecht und stabiliert sich – mit all seinen sichtbaren und unsichtbaren Prozessen.

Tipps für die ersten Wochen:

  • Futtermenge: weniger ist mehr. Bei Schimmel/Geruch war es zuviel – wieder Material entfernen.
  • Standort: Die Wurmkiste an einem Platz mit stabilen Temperaturen aufstellen
  • Wenig Störungen: kein grundloses Herumgraben in der Kiste
  • Mineralmischung richtig dosieren: 1x im Monat max. 1-2 EL (je nach Kistenfüllstand)

Vier kuriose, aber normale Beobachtungen in den ersten Monaten:

  • Plötzlich viele Milben (die dann wieder weniger werden)
  • Würmer auf und in der Hanfmatte (die erkunden die Umgebung und lieben ihre Hanfmatte)
  • Schimmel, Pilze und “weißer Flaum”? Der Mikrokosmos muss sich erst etablieren. Mehr infos HIER.
  • Noch immer kein Wurmtee? Ganz normal am Anfang und kein schlechtes Zeichen!

Bis sich das optimale Mikroklima gebildet hat, kann es vorkommen, dass sich zwischenzeitlich die Mit-Zersetzer (siehe Abschnitt ‘tierische Mitbewohner’) der Wurmkiste explosionsartig ausbreiten. Dies ist aber größtenteils ganz normal und reguliert sich von allein wieder. Falls sie ev. am oberen Rand der Kiste stören, einfach wegsaugen oder wegwischen. In der Regel bleiben sie aber in der Kiste. Sie mögen es – gleich wie die Würmer – feucht, dunkel und nah am Futter.

Es ist nicht notwendig, da die Kartonschnipsel und die Startpopulation durchaus ausreichen. Hochbeeterde in guter Qualität würde gehen. Wir empfehlen aber Erde aus dem Garten oder abgestandenen Pferdemist zu verwenden. Beim WormBag können zusätzlich auch Kokosfasern zugegeben werden.

Blumenerde wäre eine schlechte Idee – warum findest du hier.

Wurmfutter. Was, wie viel und wie oft.

Würmer sind vorzugsweise Rohkost-Veganer. Damit ist schon sehr viel erklärt.

Geeignetes Wurmfutter:

  • Rohe, kleingeschnittene und schimmelfreie Obst- und Gemüsereste
  • Tee- und Kaffeesatz
  • Blätter (keine Nussblätter)
  • Eierschalen (gewaschen und fein pulverisiert)
  • Pflanzenreste
  • Papier- und Kartonschnipsel, zB. von Klopapierrollen und Zeitungspapier
  • kleinere Mengen getrockneter Rasenschnitt oder Moos.

Du möchtest es genau wissen? Hier unsere Futterliste.

Schön und praktisch: unser Futter-Plakat.

Profi-Tipps:

  • Speziell Kaffeesatz sollte zerbröselt werden, falls er Klumpen gebildet hat; dieser könnte sonst leicht Schimmel ansetzen. Kaffesatz sollte max. 1/3 des täglichen Futters ausmachen (Volumen). Teesäckchen kannst du in die Wurmkiste geben – vorausgesetzt sie sind frei von Mikro-Plastik.
  • Für alle Obst- und Gemüsereste gilt: Wenn du dir unsicher bist, ob deine Würmer etwas vertragen, probiere eine kleine Menge in einer Ecke und beobachte ob es zersetzt wird oder nicht.
  • 20-25 % der Futtermenge (Volumen) soll aus Karton- und Papierschnipseln bestehen. Sie enthalten wichtige Fasern, die für einen tollen und luftdurchlässigen Humus sorgen. Mehr dazu unter ‘Warum brauchen Würmer Papier und Karton?

Bei folgenden Lebensmitteln würden die Kompostwürmer und Mikroorganismen entweder sehr lange brauchen, um diese Dinge aufzuschließen, oder daran zugrunde gehen:

  • Giftige, schwer verdauliche und sehr trockene Lebensmittel
  • Chemikalien
  • Knochen, Fleisch, Wurst, Milchprodukte
  • Zitrusfrüchte und -schalen (nur in sehr kleinen Mengen möglich)
  • Getreideprodukte (Brot, Gebäck, Mehl, Nudeln etc.)
  • Hochglanz- und Chlor-gebleichtes Papier
  • Gekochtes, mariniertes und gesalzenes Essen.

Bei Lebensmitteln mit antibakterieller Wirkung (Ingwer, Chilli, Knoblauch etc.) probiere eine kleine Menge und beobachte, wie deine Würmer darauf reagieren.

Stark verholzte Pflanzenteile/Stiele/Späne sind zwar kein Problem für die Würmer, aber z.B. Marillenkerne wird man in der fertigen Komposterde wiederfinden. 

Da bei der Wurmkompostierung keine Hitze entsteht, bleiben Samen keimfähig und können entweder gleich in der Wurmkiste oder später in deinem Gemüsebeet wieder aufgehen. Dies kann natürlich auch bei vielleicht unerwünschten Beikräutern geschehen. Der Nutzen: Paprika-, Kürbis- und Tomatensamen keimen optimal in der Wurmkiste und lassen sich anschließend aussetzen.

Gut zu wissen: Falls viele Samen auf einmal in deiner frisch gestarteten Wurmkiste aufgehen, gib sie besser raus. Keimlinge enthalten viel Eiweiß und könnten deinen Würmern schaden. Bei länger laufenden Wurmkisten ist das kein Problem mehr. Wenn sie nicht gerade im Garten gebraucht werden, die Stängel einfach umknicken und in der Wurmkiste belassen. Die Würmer werden sich darum kümmern.

Die Wurmkompostierung von Fäkalien ist grundsätzlich möglich, allerdings ist dabei betreffend der Dauer der Kompostierung und bei der Ernte einiges zu beachten. Hierzu forschen wir weiter und halten euch am Laufenden!

Viele weitere genaue Infos zu einzelnen Lebensmitteln erhälstst du in der Futterliste.

Am liebsten mögen die Würmer ihr Futter klein geschnitten.

So wird die Oberfläche maximiert, die Mikroorganismen können rasch andocken, dadurch das Futter für die Würmer optimal vorbereitet und somit auch rasch zersetzt. Besonders wichtig ist das Schneiden bei harten oder dicken Schalen. Das Futter sollte jedoch nicht gemixt/geschreddert werden. Die verdichtete Masse lässt die Luft nicht mehr zirkulieren.

Kompostwürmer können mit Lebensmitteln, welche mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, durchaus umgehen. Kompostwürmer werden eingesetzt, um Schwermetalle und Pestizidrückstände aus Klärschlamm zu filtern. Würmer reichern in ihrem Körper bis zu 50 mal höhere Konzentrationen an Giften an, als in der Umgebung vorhanden ist. Teilweise können sie Pestizide auch selbst wieder abbauen. Wir empfehlen jedoch biologische Lebensmittel – so bleibt den Würmern die Vergiftung erspart.

Für einen kontrollierten Kompostiervorgang ist das richtige Verhältnis von Kohlenstoff (C wie Carbon) zu Stickstoff (N wie Nitrogen) notwendig (ideal ist 20-30:1). Gemüseabfälle haben ein Verhältnis von 13:1, Laub von 50:1, Karton von 500:1. Du musst dafür jetzt aber kein Biochemie-Studium abschließen.

Wenn 20-25 % des Futter-Volumens aus Papier und vor allem Kartonschnipseln bestehen, ist das wunderbar.

Wird langfristig zu wenig Faserfutter gefüttert, führt das meist zu Problemen. “Faserfutter” erhöht den Kohlenstoffanteil, stabilisiert den fertigen Humus und hilft, die Nährstoffe zu binden. Ohne genügend Fasern könnte der Inhalt der Wurmkiste schnell matschig werden. Der Karton wirkt außerdem wie ein Pufferspeicher für Feuchtigkeit und lässt Sauerstoff in tiefere Schichten. Als Alternative kannst du auch getrocknete Blätter, Stroh, Kokosfasern oder geringe Mengen Sägemehl verwenden. Warum mögen die Würmer die Hanfmatte schlussendlich zum Fressen gerne? Auch sie zählt zum ‘Faserfutter’.

Tipp: Stell eine Tasche mit Papier/Kartonstücken/getrockneten Blättern neben deine Kiste. Zuerst eine Hand voll Faserfutter in die Kiste füttern, dann deinen Biomüll. Besonders ratsam ist das im Sommer bei sehr wasserhaltigem Biomüll (Salat-, Gurken-, Wassermelonenreste etc.) um einen matschigen Kisteninhalt zu vermeiden.

Als wichtige Grundregel gilt hier: Wenn die obere Biomüllschicht (2-4cm) weggenommen wird, sollten gleich darunter Kompostwürmer zu finden sein. Dann wurde alles richtig gemacht. Falls Geruch entsteht, wurde zu viel gefüttert!

Ein erwachsener Wurm wiegt etwa 0,4g und kann täglich ca. die Hälfte seines Eigengewichts verdauen. Je nach Kistengröße startest du mit ca. 500 oder 1000 Würmern. Die ersten 6 Monate dienen zum Aufbau des Mikroklimas im Wurmzuhause. Zu Beginn braucht es deshalb etwas Zeit, bis sich die volle Fressleistung etabliert hat. Gestartet wird also mit ca. 100g Futter/Tag (2-3 EL). In kleinen Schritten kann man die Futtermenge erhöhen. Es kann täglich gefüttert werden oder jeden dritten Tag eine etwas größere Menge.

Wenn du nach der Eingewöhnungszeit darauf achtest, dass die oberste Schicht immer aus frischem Biomüll besteht, signalisiert du damit den Würmern, dass hier genug Futter vorhanden ist und sie sich unbeschwert vermehren können, bis es schließlich einige tausend sind. Die Anzahl der Würmer reguliert sich selbst, du musst also keine Angst haben, dass es zu viele werden. Falls mal weniger Biomüll anfällt, ist das auch kein Problem – die Wurmpopulation passt sich schließlich an die Futtermenge an.

Tipp: Sollte mal etwas mehr Futter auf einmal anfallen, nimm von unten etwas halbfertigen Wurmhumus und verteile ihn auf dem frischen Biomüll. So kommt das frische Futter gleich mit den Zersetzerbakterien in Kontakt und wird von den Würmern schneller gefressen. Ohne diesen Trick kommt es bei einer frischen Schicht Biomüll von 5 cm leicht zu Schimmel bzw. Geruch.

Hier im Modellvergleich sind die jeweiligen Futtermengen angeführt.

Pflege: Feuchtigkeit, Mineralmischung, Hanfmatte, Standort, Sommer, Hitze, Urlaub

Der Kisteninhalt sollte nie austrocknen!
Normalerweise kommt aber durch den Biomüll genug Wasser, welches vom mitgefütterten Karton aufgesaugt und gespeichert wird. Wenn die obere Schicht nicht komplett trocken ist, kannst du davon ausgehen, dass die Feuchtigkeit in der Kiste auch passt.

Zuviel Feuchtigkeit verhindert die Luftzirkulation, beeinträchtigt den Kompostierprozess und wäre eine Einladung für Mücken und Fliegen, es sich gemütlich zu machen. Eine dauerfeuchte Deckelinnenseite, bei der das Holz auch übermäßig abdunkelt oder sogar schwarz wird, ist ein sicheres Zeichen für einen zu feuchten Kisteninhalt.

Der Feuchtigkeitsgehalt kann über die Faustprobe ermittelt werden:

  • Nimmt man eine Handvoll Material heraus, sortiert die Würmer aus und presst es in der Faust zusammen, sollte etwas Wasser zwischen den Fingern herausscheinen. Falls bei diesem Test Wasser rausrinnt, ist es zu nass. Falls kaum Wasser fühlbar ist, ist es zu trocken.

Bei Trockenheit: Mit einer Sprühflasche befeuchten, mit nassen Händen hineinspritzen oder feuchte Kartonschnipsel zugeben.

Bei zu viel Feuchtigkeit: Trockene Kartonschnipsel untermischen, mehrmals täglich Stoßlüften (idealerweise bei Zugluft im Raum) und temporär weniger füttern.

Tipp von unserem Support Team: Wurmhumus kann das 5-fache seines Eigengewichts in Wasser speichern. Ausbleibender Wurmtee ist nicht zwangsläufig ein Zeichen für Trockenheit. Eine Kiste mit viel Humus am Boden kann also optimal feucht sein und trotzdem kommt kein Wurmtee raus. Hohe Temperaturen im Sommer sorgen automatisch für mehr Feuchtigkeit, während die trockene Heizungsluft in den Wintermonaten eher für trockene Zustände in der Kiste sorgt. Mit etwas Erfahrung lernt man mit diesen natürlichen Schwankungen umzugehen und füttert im Hochsommer mehr Karton und lüftet öfter als beispielsweise in den Wintermonaten, in denen vielleicht sogar zusätzliches Wasser hinein gesprüht werden sollte.

Der Vorgang der Wurmkompostierung braucht Sauerstoff.
Daher besitzt die Wurmkiste ausreichend Luftlöcher und der WormBag ist aus atmungsaktivem Material gefertigt. Damit das Material in der Kiste ausreichend belüftet bleibt, sollte es keine zu kompakte Masse bilden.

Dies kann man mit drei Schritten sicherstellen:

  • Wurmfutter zwar schneiden, aber nicht mixen/pürieren
  • Die Fasern von Karton, Papier oder Kokos (ungedüngt) lockern auf und sorgen für kleine Lufteinschlüsse
  • Regelmäßiges Stoßlüften der Kiste – bestenfalls im Zuge des Wohnraum-Lüftens: Deckel auf und ggf. die Wurmteetassenblende entfernen. Wenn du deine Kiste aufgrund von zu viel Feuchtigkeit mal länger offen lassen möchtest, verwende ein netzartiges Tuch als Schutz vor Fliegen.

Regelmäßig – 1x pro Monat – 1-2 gestrichene Esslöffel

Je nach Füllstand der Kiste. Niedriger Füllstand = 1 EL, Kiste schon fast voll = 2 EL.
Bei der Familienwurmkiste entsprechend 2 bis max. 4 EL/Monat
Am besten mit einem Sieb wie Puderzucker oben auf den Biomüll streuen und beginne damit drei Wochen, nachdem du die Kiste gestartet hast.

Mineralmix ist in unserem Onlineshop einzeln, als Set mit Hanfmatten oder als Teil des großen Pflegesets erhältlich.

Die Mineralmischung hält den pH-Wert im neutralen Bereich, da manches Futter (z.B. Kaffee) ein eher saures Milieu hervorrufen würde. Zudem versorgt sie die Würmer mit notwendigen Mineralien für ihr Wohlergehen.

Wichtig: Mineralmischung nicht überdosieren! Wenn du sie mal vergessen haben solltest, nicht übermäßig nachdosieren. Dies könnte sonst den PH-Wert zu rasch verändern. Vorübergehend kann die Mineralmischung durch pulvrig vermahlene Eierschalen ersetzt werden. Längerfristig empfehlen wir die Mineralmix um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Nicht ganz, mit den Eierschalen wird nur der Kalk ersetzt. Dafür müssen die Schalen pulvrig vermahlen werden (davor trocknen).
Würmer sind jedoch ebenso auf Gesteinsmehl angewiesen.

Die Mineralmischung findest du als Pflegeset bei uns im Shop.

Die Hanfmatte hält die Feuchtigkeit in der obersten Biomüllschicht, dient als Barriere für Fliegen und sorgt für ein stabiles Klima.

Die Würmer genießen – vor allem in der Eingewöhnungszeit – die perfekte Feuchtigkeit in der Matte und verwenden sie daher gerne als ‘Kinderstube’. Auch das Turnen der Würmer in und auf der Hanfmatte ist ganz normal. Der Dämmstoff Hanf hat eine wärmende Wirkung, was vor allem bei kalten Temperaturen den Biomüll rascher verwerten lässt.

Deine Hanfmatte wird rasch gefressen? Ein gutes Zeichen! Besonders die ersten beiden Matten werden schneller weg sein als ihre Nachfolger, weil die Mikroorganismen anfangs eine Weile brauchen, bis sie den ersten Biomüll für die Würmer “vorgekaut” haben. Die Hanfmatte zählt auch zum ‘Faserfutter’. Wenn deine Würmer anhaltend ganz wild auf die Hanfmattte sind und sie stets rasch verspeisen, biete ihnen etwas mehr anderes ‘Faser-Futter’ wie Karton, Papierschnipsel oder getrocknetes Laub an.

Neue Hanfmatten sowie Mineralmix gibt es im Onlineshop unter Pflegesets.

Tipp: Bei hohen Temperaturen im Sommer kann die Hanfmatte durch eine (1!) Seite Zeitungspapier ersetzt werden, um die Temperatur und somit die Feuchtigkeit nicht noch weiter zu erhöhen. Wenn nach ein paar Tagen eine neue Zeitungsseite oben drauf kommt, dann die alte Lage bitte genauso zerfleddern wie eine ausgediente Hanfmatte. Das Zerfleddern ist wichtig, damit Luft weiterhin gut zirkulieren kann und kein “Lasagne Effekt” entsteht.

Auch das Turnen der Würmer in und auf der Hanfmatte ist ganz normal. Würmer haben diese Matte einfach zum Fressen gern und sie ist die optimale Kinderstube. Die Hanfmatte zählt auch zum ‘Faserfutter’, das die Würmer brauchen. Der Faserfutter-Anteil mit 20-25% sollte tatsächlich eingehalten werden.

Ein gut gewählter Standort ist die halbe Miete für eine gut funktionierende Wurmkiste.

Je nach Modell kann deine Wurmkiste ganzjährig draußen stehen oder sollte zumindest im Winter nach drinnen geholt werden. Grundsätzlich gilt: Die Wurmkiste vor heißer Sonne und direktem Regen schützen! Zur Orientierung: Dort wo man sich selbst gerne einige Zeit aufhält, ist es auch ein guter Ort für die Wurmkiste.

Temperatur: Je stabiler die Temperatur ist, desto gleichmäßiger wird kompostiert. Optimal sind Temperaturen zwischen 15°C und 25°C (Extremwerte wären 1°C oder 38°C). Unter 10°C werden die Würmer weniger agil und der Biomüll wird langsamer verarbeitet. Dies gilt auch für hohe Temperaturen über 30°C. Alle Wurmkomposter mit größerem Volumen haben es hier sichtlich leichter, da sich die Würmer bei Extremtemperaturen ins Innere zurückziehen können.

Luftzirkulation: Der Wurmkomposter sollte in einem Raum stehen, in dem ein regelmäßiger Luftaustausch stattfindet bzw. gut gelüftet werden kann. Dies vereinfacht und verkürzt das Lüften der Wurmkiste und auch Fliegen meiden Orte mit Zugluft (Empfehlung: Räume stoß- und querlüften)

Der beste Standort im Winter ist möglichst warm: ein beheizter Wohnbereich.
Weitere mögliche Standorte: unbeheizter Keller oder Garage, überdachte Südterasse oder Südbalkon, welche vor kalten Winden geschützt ist. Wenn du Isoliermaterialien verwenden möchtest, lass unbedingt die Lüftungslöcher frei.

Der beste Standorte im Sommer ist möglichst kühl: Vorraum, Vorhaus, Badezimmer, Keller, Garage, kühler Raum im Wohnbereich, überdachter Nordbalkon. Weitere mögliche Standorte: überdachter Balkon/Terrasse mit wenig Mittagssonne, regengeschützter und schattenspendender Platz unter einem Baum. Wenn deine Kiste draußen steht und ein Schutz vor Regen nicht komplett möglich ist, stelle die Wurmkiste leicht schief und geneigt Richtung Wurmteetassenöffnung/-hahn auf. So läuft Regenwasser vom Holzdeckel besser ab.

Tipp: Bitte achte auf die Standortempfehlungen für das jeweilige Modell. 

Mit diesen Tipps können auch deine Würmer deinen Urlaub genießen:

  • Standort: Wähle den kühlsten Raum bei dir zuhause. Achte darauf, dass die Wurmkiste keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommt.
  • Wurmteetasse: Leeren vor der Abreise.
  • Ideales Wurmkisten-Urlaubs-Langzeitfutter sind ungedüngte Kokosfasern. Die Fasern speichern die Feuchtigkeit wunderbar und wirken harmonisierend auf das Kistenklima. Du findest sie bei uns im Shop als gepressten Kokos-Block einzeln oder als Bestandteil des großen Pflegesets.
  • Futtermenge
    • unter einer Woche: Deine Würmer brauchen keine extra Betreuung.
    • Eine bis drei Wochen: Futter für etwa eine Woche hineingeben, befeuchten und mit Kartonschnipseln mischen. Gerne mit einem ½ Block eingeweichte Kokosfasern ergänzen. Bestenfalls finde eine Person, die mal bei den Würmern nachsieht und ggf. füttert, lüftet oder befeuchtet.
    • Mehr als drei Wochen: Suche einen Wurm-Sitter oder verleihe deine Kiste vorübergehend.

Video Wurmhotline: Was tun mit der Wurmkiste bzw. den Würmern im heißen Sommer oder im kalten Winter.

Spezialtipps vom wurmkiste.at-Team zu den Themen Sommer, Urlaub und Hitze findest du in diesem Blogbeitrag.

Um laufende Pflegetips und allgemeine Infos passend zur jeweiligen Jahreszeit zu erhalten melde dich für unseren Newsletter an.

Ein paar einfache Maßnahmen helfen dabei, dass es für deine Würmer bei hohen Temperaturen nicht zu stressig wird:

  • Wähle den kühlsten Raum/Ort für deine Kiste. Es sollte zu keiner direkten Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf kommen. Wenn deine Wurmkiste draußen steht, ist Morgen- und Abendsonne ist ok.
  • Lüfte den Wohnraum und die Kiste in den kühleren Morgen- oder Abendstunden: Deckel auf, Wurmteeblende ggf. weggeben. 
  • Feuchtigkeit regelmäßig überprüfen und Austrocknung vermeiden.
  • “Plastikflaschen-Klimaanlage”: Wenn es trotzdem einfach unglaublich heiß ist in deiner Wohnung oder draußen, kannst du hiermit für Kühlung sorgen. Gib eine Plastikflasche mit Wasser über Nacht ins Gefrierfach und lege sie einfach am nächsten Tag, sobald die Temperaturen steigen, in die Wurmkiste. In Extremfällen – oder bei der größeren Familienwurmkiste – kann man auch 2 Plastikflaschen gleichzeitig verwenden. Auch wenn wir generell Plastik sparen möchten: Keine Glasflasche verwenden, diese zersplittert im Gefrierfach.

Video Wurmhotline: Wurmkiste an besonders heißen oder kalten Tagen

Du kommst aus dem Urlaub zurück und leider wurde es deiner Wurmkiste doch zu warm?
(Was sich aber mit den Tipps bei Hitze ganz gut vermeiden lässt).

Durch Temperaturschwankungen im Sommer kann es generell passieren, dass die Wurmkiste plötzlich sehr viel Flüssigkeit freisetzt und extrem feucht wird. Oder du kommst aus dem Urlaub zurück und leider wurde es deiner Wurmkiste doch zu warm. Erkennen kannst du dies am gänzlich zusammengefallenen und matschigen Kisteninhalt. Die Würmer sind nicht mehr in den oberen Schichten zu finden, sondern haben sich nach ganz unten zurückgezogen. Zuerst denkst du wahrscheinlich, sie wären komplett verschwunden. Doch in den meisten Fällen haben sie sich nach unten verzogen und tauchen bei rascher Hilfe zügig wieder auf.

Was die Würmer jetzt brauchen, ist Belüftung. Der zusammengefallene Inhalt bietet sonst nur unzureichende Sauerstoffzufuhr. Rasch helfen kannst du, in dem zu eine großzügige Menge Kartonschnipsel untermischt. Sieh sicherheitshalber auch unter der Erntehilfe nach. Wahrscheinlich ist auch hier eine Kartonschnipselgabe sinnvoll. Dies sorgt für gute Belüftung und saugt das Zuviel an Feuchtigkeit rasch auf. Lüfte den Wohnraum und die Wurmkiste wirklich regelmäßig.

Nach wenigen Tagen sollte sich deine Wurmkiste erholen, ggf. aufgetretener Geruch verschwunden und die Würmer wieder in die oberen Schichten zurückgekehrt sein.

Die älteste Wurmkiste im Betrieb bei uns läuft seit über 8 Jahren. Lediglich die oberen Holzschichten wurden etwas “angeknabbert” und das Innere der Kiste erinnert an einen älteren Parkettboden. Der Kompostierprozess läuft wunderbar und die Würmer fühlen sich wohl. Wenn du auch möchtest, dass deine Wurmkiste so lange hält, haben wir folgende Tipps für dich:

1) Beim Selbstbauset: Öle deine Kiste nach dem Zusammenbauen und Abdichten außen und innen mit Leinöl (gilt nicht für die Familienwurmkiste).

2) Wurmkompostierung braucht ausreichend Feuchtigkeit, aber nicht viel. Der Deckel sollte z.B. nie dauerfeucht sein

3) Ernte regelmäßig ca. alle 6 Monate

4) Reinige die Membran bei jeder Ernte vorsichtig mit Wasser, einer weichen Bürste und überprüfe sie auf Durchlässigkeit

5) Wenn du bei der Ernte merkst, dass das Holz deiner Kiste sehr feucht ist, lass sie einen Tag trocknen, bevor du neu startest

6) Verunreinigungen auf der Außenseite der Kiste lassen sich einfach mit einem Schwamm und warmen Wasser entfernen. Du kannst deine Wurmkiste auch außen abschleifen und neu mit Leinöl behandeln.

7) Falls z.B. eine Dichtung am Deckel erneuert werden muss: Wir bieten Ersatzteile an, weil es uns wichtig ist, dass unsere Kisten lange in Betrieb sind und ihr Freude daran habt.

Ernte: Wurmhumus und Wurmtee/Komposttee

Hier zum Erntevideo.

Die Wurmkiste sollte ca. alle 6 Monate geerntet werden. Wir empfehlen einen Frühling/Herbst-Rhytmus, so kann der Humus immer frisch verwendet werden. Bei länger laufenden Kisten und somit mehr Würmern in der Kiste sind auch 3 Ernten pro Jahr möglich. 

Bei der Ernte selbst macht man sich das Prinzip der unterschiedlichen Schichten in der Wurmkiste zu nutze: Oben frischer oder halb verwerteter Biomüll, unten fertiger Wurmhumus.

Für die Ernte brauchst du:

  • 1-2 große Kübel
  • ev. Handschuhe
  • Unterlage bzw. Tuch zum Arbeiten (Boden bleibt sauber und Würmer sind ggf. leichter eingesammelt)
  • Tuch zum Abwischen
  • Schwamm/Weiche Bürste zur Reinigung der Membran
  • ev. halber oder ganzer Kokosblock (ungedüngt und in Wasser eingeweicht)

Streue drei Tage vor der Ernte 2-3 EL rohe Polenta oder Mehl ein. Dies lockt auch die letzten verirrten Würmer nach oben bzw. in die Erntehilfe. Falls trotzdem noch sehr, sehr viele Würmer unten in der Holzkiste sind, ist dies ein deutliches Anzeichen dafür, dass der Wurmhumus noch nicht fertig ist. Zu früh geernteter Humus hat nicht die optimale Wirkung auf deine Pflanzen. 

Ernte ohne Erntehilfe

Die Ernte beginnt damit, dass die obere Schicht vom fertigen Humus getrennt wird. Geschieht dies ohne Erntehilfe, so wird es einfach per Hand gemacht: Der frische und halb-verarbeitete Biomüll wird samt Würmern aus der Kiste in einen bereitgestellten Kübel entnommen, bis nur noch schwarzer Humus in der Wurmkiste zu sehen ist. 

Fertigen Humus erkennt folgendermaßen:

  • an der dunklen Farbe
  • es ist nicht mehr definierbar, was es zuvor gewesen ist
  • deutlich weniger bis keine Würmer in der fertigen Erde enthalten

Den entnommenen Biomüll samt Würmern im Kübel am besten in der Zwischenzeit mit einem Tuch abdecken. Scheint von oben Licht auf den Eimer, wird zudem kein Wurm versuchen, herauszuklettern. Alle weiteren Schritte siehe “Ernte mit Erntehilfe”.

Ernte mit Erntehilfe (Erntekiste/Erntenetz)

1) Hat man ein System mit Erntehilfe, so nimmt man diese bequem aus der Kiste. Darunter sollte größtenteils fertiger Wurmhumus zu finden sein. Die Erntehilfe auf den Karton oder in eine Wanne stellen. Auch hier gilt wieder: Licht hält die Würmer vom Flüchten ab! 

2) Jetzt den fertigen Humus vollständig aus dem Wurmkomposter ernten und in den Kübel geben. Einzelne Würmer ggf. aussortieren. Wird die Erde rasch im Gemüsebeet verwendet, sind einige enthaltene Würmer kein Problem. Wird der Wurmhumus allerdings einige Zeit gelagert bzw. in kleinen Pflanzgefäßen eingesetzt, bitte die Würmer möglichst vollständig aussortieren.

Wurmhumus kann in einem verschließbaren Kübel 4-6 Monate gelagert werden und sollte dabei nicht austrocknen. Kleine Löcher im Deckel gewährleisten den Gasaustausch. Als Humusbehälter eignet sich am besten der grüne Eimer, in dem die Würmer bei dir angekommen sind. 

3) Pflege der Wurmkiste: Die Membran ist der Zwischenboden der Wurmkiste, der den Biomüll von der Wurmteetasse trennt und sollte bei jedem Erntevorgang auf Durchlässigkeit geprüft und gereinigt werden. Dafür einfach ein Glas Wasser auf die Membran leeren und beobachten, ob es ungehindert abläuft. Wenn das Wasser länger stehen bleibt, die Membran mit einem Schwamm oder einer weichen Bürste sanft reinigen und anschließend erneut die Durchlässigkeit prüfen. Bei hartnäckigen Verstopfungen lösen ein paar Tropfen Essigessenz die klebrigen Teilchen.

Die Kisteninnenseite muss nicht gesäubert werden. Durch Wurmhumusreste an kommt der neue Biomüll gleich wieder in Kontakt mit den Mikroorganismen und der Kompostierprozess wird rasch wieder in Gang gesetzt. Nur die Griffe der Erntehilfe oder die Auflagefläche des Deckels machen Sinn, sauber gehalten zu werden. Ausnahme: Falls das Holz innen überall sehr feucht ist, die Kiste für ein paar Stunden Lüften/in die Sonne stellen vor dem Neustart.

Die Kistenaußenseite kannst du mit warmem Wasser und einem Tuch reinigen. Um der Kiste neuen Glanz zu verleihen, kannst du sie alle paar Jahre mit Schleifpapier abschleifen und neu mit Leinöl behandeln. (Das Lärchenholz der Familienwurmkiste darf natürlich altern und ergrauen und sollte nicht geölt werden.)

4) Neustart: Um den Würmern etwas Gutes zu tun, kann zum Neustart der Kiste ein halber in Wasser eingeweichter Kokosblock (Familienwurmkiste: ganzer Kokosblock) auf die gereinigte Membran gegeben werden. Dann Inhalt der Erntehilfe/des Eimers mit den Würmern und Biomüllresten vorsichtig in die Kiste geben.

5) Die Erntehilfe wieder so einsetzen, dass sie mit dem oberen Rand der Holzkiste bündig abschließt (Erntekiste) bzw. keine Lücken nach unten hin entstehen (Erntenetz). Dies kann sofort nach der Ernte erfolgen bzw. erst nach ein paar Tagen, wenn sich alles wieder etwas gesetzt hat.

Am besten gleich 1-2 Handvoll halbfertiges Material samt Würmern aus der Holzkiste in die Erntehilfe geben. So kommt der frische Biomüll sofort in Kontakt mit Würmern und Mikroorganismen.

Wichtig: Sollte die Erntehilfe nicht auf Anhieb hineinpassen, diese auf keinen Fall hineindrücken! Entweder noch abwarten, ob in den kommenden Tagen alles noch von alleine absinkt oder ausreichend Material von der Holzkiste in die Erntehilfe geben, bis diese optimal Platz findet.

Tipp: Sollte der geerntete Humus sehr feucht sein, ist es hilfreich, zukünftig weniger zu befeuchten und mehr Faser-Futter zu geben. Zu feuchter Humus kann auch gleich mit “alter” Erde im Verhältnis 1:10 aus dem Beet abgemischt werden.

Der Erntevorgang ist für die Würmer naturgemäß eine ziemlich aufwühlende Aktion, jedoch tut ihnen die einhergehende Durchlüftung gut. Die Wurmkiste selber freut sich über ein bisschen Pflege und Aufmerksamkeit – vor allem zugunsten der Durchlässigkeit der Membran. Die Kokosfasern sind die optimale Vorbereitung für die kommende Ernte – so kann wieder fleißig gefüttert werden.

Wurmhumus und Wurmtee sind der optimale, lebendige Dünger für deine Pflanzen.

Sie haben große Auswirkungen auf die Keimung, das Wachstum, die Gesundheit, die Widerstandsfähigkeit, die Qualität und die Produktivität der Pflanzen. Sie erhöhen auch die Mikrobiologie im Boden und beeinflussen damit dessen Struktur. Sichtbar wird dies bei höheren Ernteertrag, der Boden kann mehr Wasser speichern und Blattläuse, Mehltau etc. haben geringere Chancen.

Der Wurmhumus wird in einem Verhältnis von 1:10 mit Erde vermischt und kann so für deine (Jung-)Pflanzen oder als Anzuchterde verwendet werden. Ebenso gut kann man Humus zum Auffrischen alter Erde verwenden (1:5 – 1:10). Wird er als Dünger angewendet, sollte er (oberflächlich und an einem eher schattigen Tag) in die Erde eingearbeitet werden. Wurmhumus bringt im Vergleich zu Kunstdünger einige Vorteile. Der wichtigste Punkt ist wohl, dass kaum eine Überdosierung stattfinden kann. Die Pflanze nimmt sich nur so viele Nährstoffe, wie sie benötigt. 

Um den Wurmhumus zu lagern, gib diesen in einen verschließbaren Kübel. In den Deckel kleine Löcher machen, um den Gasaustausch zu gewährleisten. Als Humusbehälter eignet sich der grüne Eimer, in dem die Würmer bei dir angekommen sind. Wichtig: Der Humus sollte nicht länger als 4-6 Monate gelagert werden und währenddessen nicht austrocknen.

Um zu testen, ob die Komposterde auch wirklich reif ist, kannst du eine “Keimprobe” machen. Nimm dafür eine Handvoll Wurmhumus und sähe darauf Kressesamen aus. Sie zeigen dir ein rasches Ergebnis: Keimt die Kresse grün und dicht, ist die Erde bereit für den Einsatz. Fallen viele Samen aus bzw. sind die Blätter gelblich oder verfaulen sogar, muss der Kompost noch ausreifen. Voraussetzung für eine aussagekräftige Keimprobe ist keimfähiges Saatgut.

Blogbeitrag: Wurmhumus und Wurmtee aus wissenschaftlicher Sicht

Video: Was ist eigentlich Wurmtee?

Wurmtee/Komposttee ist ein Extrakt aus den Nährstoffen, nützlichen Mikroorganismen und Phytohormonen des Wurmkomposts in Wasser. Kurz gesagt: ein “Energietrank” für deine Pflanzen!

Es hat eine ähnliche Wirkung wie Wurmkompost, aber als Flüssigkeit kann er eine größere Fläche abdecken. Jungpflanzen/Setzlinge reagieren sehr gut auf Wurmtee und werden von Beginn an gestärkt. Der Wurmtee kann zur Boden- und Wurzelanwendung, zum Einweichen von Saatgut vor der Aussaat (dazu einfach das Saatgut über Nacht im Tee belassen), zum Gießen von Setzlingen und Zimmerpflanzen und zur Blattanwendung verwendet werden.

glaskaraffe mit wurmtee in hocheet mit jungpflanzen

Beim Aufsprühen des Tees besiedeln die Mikroorganismen schnell die Blattoberfläche. Krankheitserregern wird es somit schwer gemacht, einen “freien Platz” am Blatt zu finden und sich zu vermehren. Manche Bakterien gehen auch eine Symbiose mit der Pflanze ein und stärken so die Abwehrkräfte. Um eine positive Wirkung zu erzielen sollten die Pflanzen mindestens vier Wochen lang einmal pro Woche mit Wurmtee/Komposttee gegossen/gesprüht werden. 

Wurmtee/Komposttee wird seit 40 Jahren erforscht, ist aber immer noch umstritten. Unsere Empfehlungen sind ein Kompromiss aus verschiedenen wissenschaftlichen Ergebnissen, Methoden und unseren eigenen Erfahrungen. Im Grunde kann nichts falsch gemacht werden. Wurmtee schadet den Pflanzen nicht, er kann die Wurzeln nicht verbrennen und zeigt schon bei geringen Konzentrationen Vorteile.

Wurmtee/Komposttee kann nur für kurze Zeit gelagert werden. Dafür den Tee in eine (dunkle Glas-)Flasche füllen und Löcher in den Deckel machen, damit ein Gasaustausch erfolgen kann. Wie auch beim Wurmhumus gilt: je frischer, umso nützlicher. Je nach Dauer der Lagerung, enthält er noch Nährstoffe aber mit fortschreitender Zeit keine lebendigen Mikroorganismen mehr.

Mehr dazu in unserem Blogbeitrag “Wurmtee – Die Wunderwaffe für Kleingärtner in der Sprühflasche“.

Wie entsteht Wurmtee? Kann man Komposttee selber machen? Hier zwei Möglichkeiten:

  • Wurmtee aus der Wurmteetasse
    Als Wurmtee bezeichnet man die überschüssige Flüssigkeit, welche beim Kompostierprozess entsteht und sich in der “Wurmteetasse” sammelt. Du kannst ihn einfach regelmäßig aus der Tasse entnehmen bzw. über den Zapfhahn entleeren. Für die Anwendung verdünne ihn 1:5 bis 1:10 mit Wasser. Anschließend Pflanzen damit gießen bzw. besprühen.Kein Wurmtee in der Wurmteetasse? Kein schlechtes Zeichen, sofern der Kompostierprozess gut abläuft und der Biomüll unter der Oberfläche leicht feucht ist. (Siehe Kapitel ‘Optimale Feuchtigkeit und Faustprobe). Es ist normal, dass in den ersten 4 Monaten kein Wurmtee aufkommt. Es wird auch dadurch beeinflusst, ob du die Kiste beim Selbstbauset “DIE Wurmkiste” oder “Kleine Wurmkiste” innen geölt hast oder nicht. Wenn nicht, “zieht” das Holz auch noch etwas Feuchtigkeit aus dem Substrat.
  • Das wurmkiste.at-Low-Tech-Rezept für Wurmtee
    Du brauchst dafür:
    • 1 Liter chlorfreies Wasser (am besten Regenwasser) Wenn man Leitungswasser verwendet, dieses 12 Stunden vor dem Anrühren stehen lassen. 
    • 1 kleine Tasse reifen und frischen Wurmhumus aus der Wurmkiste. Würmer ggf. aussortieren. (Das Verhältnis Wasser und Humus sollte ungefähr 1:10 sein, egal ob man 1 Liter oder einen Kübel Komposttee zubereitet)
    •  Ein offenes Gefäß
    • Löffel oder Strohhalm zum umrühren/belüften.
    • Manche schwören auf die Zugabe von 1 Teelöffel Zucker/Zuckersirup/Melasse pro Liter Wasser um den Bakterien mehr Nahrung zu bieten.
  1. Wasser, Wurmhumus und ggf. Zucker in das Gefäß geben, gut durchrühren und vor Sonneneinstrahlung geschützt an einem kühlen Platz ziehen lassen.
  2. Für einen niedrig konzentrierten Wurmtee, die Mischung einige Stunden oder über Nacht ziehen lassen. Für einen hochkonzentrierten Tee drei Tage ziehen lassen. Sprudelndes Umrühren verbessert den Sauerstoffgehalt und hilft den Mikroorganismen bei der Vermehrung. Während des Brauens immer wieder einen Geruchstest machen. Der Tee sollte nach Erde riechen, nicht säuerlich. Bei schlechtem Geruch sind Fäulnisbakterien am Werk. (Verdünnt kann er dann aber auch noch als Dünger eingesetzt werden)
  3. Die Mischung mit einem Nylonfilter oder Stück Stoff filtern, insbesondere bei der Verwendung mit einer Sprühflasche.
  4. Den fertigen Tee unverdünnt (oder bei hochkonzentriertem Tee 1:5 mit Wasser verdünnt) umgehend anwenden: gießen oder sprühen.
  5. Den verbleibenden Humus zu den Pflanzen geben.

Kein schlechtes Zeichen, sofern der Kompostierprozess gut abläuft und der Biomüll unter der Oberfläche leicht feucht ist. (Siehe Faustprobe)

Da Wurmhumus 5x sein Eigengewicht in Wasser speichern kann, wird er sehr lange Wasser aufnehmen, bevor er es wieder abgibt. Eine Kiste mit viel Humus am Boden kann also optimal feucht sein und trotzdem kommt kein Wurmtee raus. Hohe Temperaturen im Sommer sorgen automatisch für mehr Feuchtigkeit, während die trockene Heizungsluft in den Wintermonaten eher für trockenere Zustände in der Kiste sorgt. Mit etwas Erfahrung lernt man mit diesen natürlichen Schwankungen umzugehen und füttert im Hochsommer zB mehr Karton und lüftet öfter als zB in den Wintermonaten wo man vielleicht sogar Mal etwas zusätzliches Wasser hinein sprühen sollte.

In der Regel kommt mit der richtigen Futtermenge aber genügend Feuchtigkeit in die Kiste, sodass zusätzliche Wassergaben überflüssig werden.

Die Menge bzw. das Aufkommen des Wurmtees hängt von der Futterart, dem Standort und seit wann die Kiste in Betrieb ist, ab. In den ersten 2-4 Monaten ist das Ausbleiben des Wurmtees völlig normal. Es wird auch dadurch beeinflusst, ob du die Kiste beim Selbstbauset “DIE Wurmkiste” oder “Kleine Wurmkiste” innen geölt hast oder nicht. Wenn nicht, “zieht” das Holz auch noch etwas Feuchtigkeit aus dem Substrat.

Du kannst Wurmtee auch aus fertigem Wurmhumus herstellen. Das Rezept findest du im Punkt “Zwei Möglichkeiten, um Wurmtee oder Komposttee zu gewinnen”.

Was ist eigentlich Wurmtee?

Wurmwissen und andere Mitbewohner in der Kiste

Wie vermehren sich Würmer?
Kompostwürmer sind Hermaphroditen. Beim Geschlechtsverkehr wird Sperma ausgetauscht und beim Abstreifen des Rings, der außen sichtbar ist, kommt es zur Befruchtung. Der abgestreifte Ring zieht sich zu einem Kokon zusammen, daraus schlüpft der Nachwuchs. Ein Kompostwurm kann unter optimalen Bedingungen bis zu 5 Jahre alt werden.

Würmer bei der Paarung
Würmer bei der Paarung


Foto: Wurmkokons (c) Lisa Brünjes aus der wurmkiste.at Community auf facebook

Wie schnell vermehren sich Würmer?
Die Population verdoppelt sich alle drei Monate. Eine Überbevölkerung in der Kiste ist allerdings nicht möglich. Sie regulieren ihre Anzahl und stoppen rechtzeitig die Vermehrung.

Wie viele Würmer brauche ich für eine Wurmkiste?
Mit ca. 500 Kompostwürmern, kannst du mit einem guten Start und rascher Verwertung deines Biomülls rechnen. Die Startpopulation Kompostwürmer enthält nicht nur Würmer, sondern jede Menge Mikroorganismen, die gleich wichtig sind für die Kompostierung.

Welche Würmer brauche ich für die Wurmkiste?
Eisenia foetidaEisenia andrei und Eisenia hortensis sind dafür bestens geeignet – sie sind bei uns heimisch und arbeiten in der freien Natur in den oberen Erdschichten. Die bei uns erhältlichen Würmer kannst du für die Wurmkiste, den WormBag oder andere Wurmkomposter verwenden. Sie fühlen sich aber genauso wohl in der Beetbox zum direkten Düngen im Gemüsebeet oder bringen deinen Komposthaufen in Schwung.

Wie bekomme ich Würmer in den Kompost?
Würmer verbreiten sich in der Natur vorrangig über andere Tiere oder Menschen (Wurmeier auf Schuhsohlen), wenn es um weitere Strecken geht. Wenn im eigenen Komposthaufen kein Wurm zu finden ist, sollte man zuerst auf wurmfreundliche Bedingungen achten und dann Würmer ansiedeln. Eine Wurmpopulation mit ca. 500 Würmern ist eine gute Basis für den Komposthaufen. Anschließend vermehren sie sich von alleine.

Wie kann ich meinen Komposthaufen wurmfreundlich gestalten?
– Würmer brauchen Feuchtigkeit und Sauerstoff
– Komposthaufen gut strukturiert ist, keine zu kompakten Schichten (zu viel Rasenschnitt auf einmal)
– Schatten bei Hitze (am besten durch einen Baum)
– nicht austrocknen lassen bei großer Hitze
– Was ist der Unterschied zwischen Komposthaufen und WormBag?

Was ist der Unterschied zwischen Regenwurm und Kompostwurm?
Der Kompostwurm ist eine Unterart des Regenwurms.

Warum kommen Würmer bei Regen aus der Erde?
Das ist noch nicht endgültig erforscht. Naheliegend ist, dass sie die Bewölkung bei Regen für Streifzüge nutzen. Da sie sehr lichtempfindlich sind, kommt dies bei Sonnenschein nicht in Frage. Sie müssen auch nicht fürchten, auszutrocknen. Es stimmt allerdings nicht, dass sie in ihren Röhren ertrinken würden. Würmer atmen über die Haut und können Sauerstoff auch aus dem Wasser entnehmen, sofern dies ausreichend mit O2 angereichert ist.

Können Würmer erfrieren?
Ja, können sie. In der Erde ziehen sie sich deswegen in tiefere und frostfreie Schichten zurück. In der Wurmkiste haben sie, sofern die Kiste auch bereits ausreichend gefüllt ist, auch genügend Rückzugsmöglichkeiten im Substrat. Wichtig ist deswegen, die Kiste nicht in der sehr kalten Jahreszeit draußen zu starten.

Wo ist beim Wurm hinten und vorne?
Die Kriechrichtung lässt dazu keine eindeutigen Schlüsse zu. Das “Vorne”, also die Mundöffnung befindet sich dort, wo das Clitellum näher am Ende befindet. Dies ist der verdickte Ring mit dem sich der Wurm vermehrt und ihn dazu von Zeit zu Zeit abstreift. Ansonsten einfach warten, bis der Wurm Erde in kleinen Häufchen absondert. Dort ist hinten :)

Video Wurmhotline: Mitbewohner in der Wurmkiste

Neben den Mikroorganismen und Kompostwürmern finden sich noch weitere Bewohner im Wurmzuhause, die sich an der Kompostierung maßgeblich beteiligen.

  • Enchyträen: kleine weiße Würmer, 5-30 mm lang. Ihr Auftreten ist sehr häufig. Falls mehr Enchyträen als Würmer zu sehen sind, ist die Wurmkiste wahrscheinlich zu sauer. Abhilfe schafft eine Gabe Mineralmischung (max. 1-2 EL, Achtung: auch nicht Überdosieren!). Danach diese wieder lt. Beschreibung zugeben.

  • Springschwänze: kleine weiße oder schwarze, stäbchenförmige 6-Füßer, 1-5 mm lang. Ihr Auftreten ist ebenfalls sehr häufig. Sie sind nützlich und es ist noch nicht geklärt ist, warum sie sich manchmal über Nacht explosionsartig vermehren und dann wieder genauso plötzlich verschwunden sein können. Falls es wirklich zu viele sind, helfen Gelbtafeln.

  • Milben: Sie sind wichtige Zersetzer in der Wurmkiste. Sie lieben ebenso wie die Würmer eine dunkle und feuchte Umgebung. Zwei bis vier Wochen nach dem Start der Kiste bemerkt man oft einen sprunghaften Anstieg der Anzahl an Milben, welche sich innerhalb kurzer Zeit wieder reguliert. Später treten sie nur noch in Massen auf, wenn die Wurmkiste sehr feucht ist bzw.  die weiße Astigmata Milbe liebt feuchtes Futter. Die Schildkrötenmilbe tritt gerne in Gruppen auf und sammelt sich in den Ecken der Wurmkiste. Sollten sie stören, ist ein Absaugen mit dem Staubsauger möglich.
    Milbe ist ein sehr allgemeiner Begriff – mit etwa 50.000 bekannten Arten in 546 Familien sind sie die artenreichste Gruppe der Spinne

  • Asseln: Die einzigen landlebenden Krebstiere. Sie haben 14 Beine und sind in der Natur grundsätzlich wichtige Zersetzer. Sie treten sehr selten in der Wurmkiste auf, und auch nur dann, wenn sie draußen steht. Falls du sie nicht in der Wurmkiste haben möchtest, können sie händisch entfernt werden.
  • Ameisen: Wenn die Wurmkiste draußen steht, kann es passieren, dass Ameisen einwandern. Sie sind keine Gefahr für die Würmer, jedoch Futterkonkurrenten. Das Auftreten von Ameisen zeigt, dass trockene Bedingungen vorherrschen. Abhilfe schafft das Einbringen von Wasser mit einem Zerstäuber. Falls die Ameisen dennoch nicht auswandern wollen, kann man einen dicken Kreis aus Zimt um die Wurmkiste streuen. Am effektivsten funktioniert dies, wenn man die Ameisenstraße verfolgt und dort ebenso Zimt ausstreut. Weiters kann helfen, die Wurmkiste auf ein mit Wasser gefülltes Blech zu stellen. Dies stellt eine Barriere für die Ameisen dar. Falls deine Wurmkiste keine Rollen hat, kannst du als Erhöhung Becher, Dosen, Hölzer,.. verwenden.

Alles rund um die Pflege findest du in unserer mitgelieferten Betriebsanleitung.

Wenn du die darin enthaltenen Infos beachtest, bleiben deine Würmer gesund, deine Wurmkiste wird lange halten und du kannst dich über eine tolle Humus-Ernte freuen.

Anleitung zum Quick-Check für deine Wurmkiste

Wurmwohl + Erste Hilfe

1) Das verlässlichste Messinstrument ist deine Nase: Wenn die Wurmkiste nach Waldboden riecht, kannst du ziemlich sicher sein, dass sie gut läuft. Bei Fütterung von Kohlgemüse kann es kurzfristig zum dazu passenden Duft komme, was sich aber rasch wieder legt. Schon wenige tote Würmer können einen unverwechselbaren Ammoniakgeruch verbreiten.

2) Wenn die oberste Schicht Biomüll (2-4cm) weggenommen wird, sollten gleich darunter Kompostwürmer zu finden sein – ein sehr gutes Zeichen!

Du bist niemals zu klein, um einen Unterschied zu machen.
Du bist niemals zu klein, um einen Unterschied zu machen.

Du bist niemals zu klein, um einen Unterschied zu machen.

3) Wenn du noch etwas weiter gräbst und kleine Kokons und Würmer siehst, ist das perfekt – den Würmern gefällt es in deiner Kiste.

Eine Wurmpopulation unterliegt Schwankungen. Würmer kommen beim Ableben vorzugsweise nach oben und ein einzelner toter Wurm auf der Oberfläche sollte dich nicht beunruhigen. Die Mikroorganismen werden sich um seine kisteninterne Reinkarnation kümmern. Vertraue der Macht des Kollektivs.

Anleitung zum Quick-Check für deine Wurmkiste

Das tut uns leid zu hören, aber lass uns den Grund herausfinden und gegensteuern!

War irgendetwas anders in den letzten Tagen oder Wochen? Was kannst du sehen oder riechen?
Was wurde in letzter Zeit gefüttert, wann war die letzte Mineralmischungsgabe (auch zu viel Mineralmischung kann ein Problem sein), passt die Feuchtigkeit oder steht die Wurmkiste vielleicht im Tagesverlauf in der Sonne?

Es ist aber sehr häufig so, dass sich die Wurmpopulation in die unteren Ecken versteckt hat, um Rückzug zu suchen (speziell bei Hitze oder Trockenheit). Somit lässt sich mit umgehenden Gegenmaßnahmen die Wurmpopulation meist retten und mit ein wenig Pflege sind sie in 1-2 Wochen wieder putzmunter.

Geh zum Punkt ‘Sechs Anzeichen dafür, dass es den Würmern NICHT GUT geht und identifiziere das Problem anhand deiner Beobachtungen von Würmern, Kisteninhalt und Kiste.

Kompostwürmer sind sehr robust. Also ist es sehr unwahrscheinlich, dass es ihnen über Nacht schlechter geht oder sie gar sterben. Ein regelmäßiger Blick in die Wurmkiste und auch mal ein Griff in den Biomüll oder halbfertigen Humus (wenn bevorzugt gerne auch mit Handschuhen) verschafft Klarheit über den Zustand des “Ökosystems Wurmkiste”.

1) Knäuel-, Knoten- und Haufenbildung / Herumturnen / Fluchtversuche aus der Kiste

Dafür gibt es vier mögliche Gründe:

  • Wenn du deine Wurmkiste frisch gestartet hast, ist das Herumklettern der Würmer in der Kiste ganz normal. Sie erkunden die Umgebung, sind auf und in der Hanfmatte und müssen sich erst zurechtfinden. Eine Lichtquelle über der Kiste nach dem Start verhindert Ausbrüche.
  • Handelt es sich um zwei Würmer, sind diese beim Liebesspiel
  • Ranken sich mehrere Würmer um ein sehr leckeres Essen, handelt es sich um einen Festschmaus.
  • Bilden aber viele Würmer ein großes Knäuel oder türmen sie sich in einer Ecke auf mit dem Versuch, nach oben zu kommen (Fluchtversuch), ist das ein eindeutiges Zeichen für Stress. Rasches Handeln ist notwendig! Prüfe zuerst die Temperatur in der Kiste. Direkte Sonne im Sommer kann den Würmern zu viel sein. Verändere in diesem Fall den Standort, überprüfe die Feuchtigkeit und sorge für Belüftung/Abkühlung (siehe “Sommer, Hitze und Urlaubszeit). Auch durch zu viel Futter auf einmal oder zu kompaktes Futter kann es zu einer Wärmeentwicklung kommen (z.B. frischer Rasenschnitt, Trester). Wenn dies der Fall ist, entferne einen Teil des Biomülls aus der Kiste. Kannst du dies ausschließen, checke die Futterliste und überprüfe, ob in deinen letzten Gaben etwas Schädliches dabei war. Wenn ja, entferne das Futter wenn möglich. Hast du zuviel Mineralmischung gegeben, kann der pH-Wert aus der Balance sein. Wenn einer der letzten beide Punkte passiert ist, weiche einen Kokosblock in Wasser ein und gib die feuchten Fasern einfach oben in die Wurmkiste ohne Durchzumischen. So schaffst du einen Rückzugsort mit neutralem pH-Wert für deine Würmer und sorgst gleichzeitig für ausreichend Feuchtigkeit. Nach einigen Tagen, sobald sich Besserung einstellt, kannst du die Kokosfasern nach und nach untermischen – so wird das Problem “verdünnt”. In seltenen Fällen sorgen auch Vibrationen für Knäuel-Bildung (Waschmaschine, häufige “Spazierfahrten”).

2) Die Würmer wirken leblos und schlapp

Häufigster Grund ist die Temperatur: besonders bei zu niedrigen Temperaturen reduzieren die Würmer ihre Aktivität und fressen deutlich weniger. Sobald die Temperaturen wieder steigen (die Wurmkiste wärmer steht) werden die Würmer sprunghaft agiler. Kann man dies ausschließen, sollte das Futter der letzten Zeit überdacht werden. War etwas Ungewöhnliches/Unbekömmliches dabei? Ist ausreichend Faser-Futter dabei? Wann war die letzte Mineralmischungsgabe? Oder war es vielleicht zu viel Mineralmischung?

3) Die Würmer zeigen Einschnürungen am Körper

Dies deutet auf eine Eiweißvergiftung hin, wenn z.B. Getreideprodukte oder Fleisch in der Wurmkiste landen. Bei frisch gestarteten Kisten kann es bei vielen keimenden Samen durch den hohen Eiweißanteil zu Problemen kommen. Würmer zeigen in diesem Fall eine eher blasse Färbung und leichte bis starke Einschnürungen am Körper. Hier ist es notwendig, das eiweißreiche Material rasch aus der Kiste zu entfernen. Eingeweichte Kokosfasern und 1 EL Mineralmischung helfen den Würmer dabei, sich zu erholen. Feuchtigkeit ebenfalls prüfen!

4) Die Würmer sind verschwunden/weg/werden weniger

Würmer suchen bei Widrigkeiten häufig in den untersten Ecken der Kiste einen Rückzugsort. Mögliche Gründe dafür sind Hitze im Sommer, Wärmeentwicklung des Futters, zu trockener Kisteninhalt, zu komprimierter Kisteninhalt durch wenig Faserfutter, falscher pH-Wert (Mineralmischungsgabe zu viel/zu wenig?). Sobald man den Grund erkennt, lässt sich mit umgehenden Gegenmaßnahmen die Wurmpopulation meist retten und mit ein wenig Pflege sind sie in 1-2 Wochen wieder putzmunter.

5) Ammoniakgeruch

Ein strenger Ammoniakgeruch ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Würmer gestorben sind. Würmer gehen tendenziell an die Oberfläche zum Sterben, mehrere tote Würmer bemerkst du demnach sofort nach dem Öffnen des Deckels. Ein einzelner toter Wurm muss nichts Schlimmes bedeuten. Würmer sehen sich als soziales Kollektiv. Bei mehreren toten Würmern gilt es allerdings, den Grund herauszufinden und schnell zu handeln.

6) Kisteninhalt ist matschig oder plötzlich zusammengefallen

Eine matschige Kiste entsteht meist aufgrund nicht ausreichender Luftzirkulation. Das Material ist also zu dicht und dadurch meist auch zu feucht. Da Wurmkompostierung Sauerstoff benötigt, ist es wichtig, durch Beigabe von Kartonschnipsel für ausreichend Auflockerung zu sorgen. Die überschüssige Feuchtigkeit kann auch durch ungedüngte Kokosfasern ausgeglichen werden. Diese tun aus dem Gleichgewicht geratenen Wurmkisten generell gut. Weitere Gegenmaßnahmen siehe  Kisten-Hitze-Stau

Fliegen, Schimmel und ungebetene Gäste

Fliegen in der Wurmkiste müssen nicht sein. Meist kommen sie mit dem Futter in die Wurmkiste. Besser ist es also, den Biomüll möglichst gleich zu verfüttern (und nicht davor frei zugänglich in einer offenen Schüssel tagelang zu sammeln).  Auch durch bereits befallene Pflanzenerde (Topfplanzen) oder Dauerlüften können sie in die Kiste gelangen.

Uns ist klar, dass Fliegen – auch wenn sie Teil des Ökosystems sind – in der Wohnung unangenehm werden können. Um auf abtötende Schritte bestmöglich verzichten zu können, haben wir bei den folgenden Tipps viel Wert auf vorbeugende Maßnahmen gelegt. Bei allen hier empfohlenen Methoden wird auf das Wohl der Würmer und auf die Qualität der fertigen Erde geachtet.

Der wahrscheinlich wichtigste Tipp: Bei Fliegen ist es ratsam, rasch zu handeln, bevor es wirklich viele werden! 

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Halte deiner Wurmkiste oberflächlich eher etwas trocken (kein zusätzliches Anfeuchten des Biomülls) und füttere ggf. genug trockenen Karton. Eine hohe Feuchtigkeit in der Kiste begünstigt die Vermehrung von Trauermücken und Fruchtfliegen.
  • Decke die oberste Schicht in der Wurmkiste mit einer Hanfmatte oder einer Lage Zeitungspapier ab, um eine Eiablage zu erschweren.
  • Fliegen mögen keine Zugluft. Daher beim Lüften der Wurmkiste am besten gleichzeitig den Wohnraum “Querlüften”.
  • Kreisen schon Fliegen oder Mücken um deinen Biomüll, dann friere ihn lieber über Nacht ein und füttere ihn erst am nächsten Tag zusammen mit einer Handvoll Kartonschnipsel, um die Feuchtigkeit aufzusaugen. So sind alle Fliegeneier unschädlich gemacht und eine Ausbreitung wird gestoppt.

Fliegen durchlaufen vier Stadien: Eier, Larve, Puppe und Fliege. Fliegeneier sind eher weißlich, stäbchenförming und schwerer ausfindig zu machen. Fliegenlarven sind weiß, bewegen sich kriechend fort und sind dicker als Babywürmer oder Enchyträen. Puppen bewegen sich nicht, sind länglich und haben je nach Reifestadion einen hell- bis dunkelbraunen “Kokon” woraus die Fliege schlüpft.

Um Fliegen zu vertreiben: Um welche handelt es sich?

Hier die drei wesentlichen Fliegenarten. Nach erfolgreicher Identifikation findest du in den nächsten Punkten die entsprechenden Gegenmaßnahmen.

Sie lieben Obst und jeder kennt sie, wenn sie im Sommer über der Obstschale kreisen. Ihr Körper ist etwas durchscheinend, sie haben leicht rötliche Augen und sie können 0,5 bis 1,5 mm groß sein. Eine Fruchtfliege kann viele 100 Eier legen. Vom Ei bis zum eierlegenden Weibchen dauert es gerade mal 10 Tage.

Fruchtfliegen lassen sich im Sommer leider nur sehr schwer vermeiden, da ihre Eier quasi auf jeder Schale haften. Mit den abfallenden Temperaturen im Herbst verschwinden dann auch die Fruchtfliegen. Folgende Schritten helfen dabei – wenn man sie konsquent befolgt – Fruchtfliegen zu vertreiben oder auf ein gut verträgliches Maß zu reduzieren:

Tipp: Fruchtfliegenfallen selber basteln oder tierfreundliche Fruchtfliegenfalle hier bestellen.

  1. Sobald die Fruchtfliegen-Saison startet
  • Fruchtfliegenfallen aufstellen: Neben der Obstschale und auch in der Wurmkiste (wenn auch dort bereits Fruchtfliegen vorkommen).
  • Biomüll umgehend verfüttern, nicht herumstehen lassen. Das käme einer Einladung für die Fruchtfliegen gleich, ihre Eier dort abzulegen. 
  • Eine Hanfmatte oder eine Seite Zeitungspapier, um die oberste frische Schicht Biomüll gut abzudecken, ist sehr sinnvoll, da dies die Eiablage für die Fliege erheblich erschwert. So können sie sich nicht ungehindert ausbreiten.
  1. Bei starkem Befall: siehe Punkt 1. und zusätzlich folgende Punkte:
  • keine Obstreste mehr füttern. Der darin enthaltene Zucker würde weitere Fliegen magisch anziehen. 
  • Frische Bio-Abfälle in der Wurmkiste vergraben. (Das ist natürlich nur bei einem höheren Füllstand möglich.)
  • Bio-Abfälle über Nacht einfrieren und dann wieder antauen lassen vor dem Verfüttern. Dadurch werden die auf den Schalen sitzenden Eier abgetötet. An heißen Sommertagen kann dies auch für eine willkommene Kühlung sorgen. Wichtig: Kartonschnipsel mitfüttern, um die Feuchtigkeit aufzusaugen.
  • Bei der Mineralmischungsgabe diese mit einem feinen Sieb gleichmäßig auf dem Biomüll verteilen, um den Geruch zu unterbinden, den die Fliegen so gerne mögen.
  • Eine Gelbtafel/Gelbsticker auf der Deckelinnenseite anbringen.
  • Bei kälteren Temperaturen kann die Wurmkiste für ein paar Stunden bei Tageslicht mit offenem Deckel rausgestellt werden – dadurch erfrieren die Fliegen(eier) an der Oberfläche. Die Würmer wandern nach innen, wo es warm genug ist.
  1. Bei sehr starkem Befall: 2-3 Wochen Futterstop einlegen!
  • Kartonschnipsel vorsichtig in die oberen Schichten einarbeiten und ggf. befeuchten.
  • 1 EL Mineralmischung fein mit einem Sieb einstreuen. 
  • Eine Seite Zeitungspapier drauflegen, welche bis in die Ecken reicht. Zeitungspapier mit Sprühflasche befeuchten und 5-8 kleine Luftlöcher mit dem Finger hineinstechen.
  • Mit einer Hanfmatte abdecken.
  • Essig-Falle in eine Ecke in die Wurmkiste auf das Zeitungspapier stellen, Hanfmatte dafür dort etwas zur Seite schieben.
  • Alle 2-3 Tage Wurmkiste kontrollieren: passt die Feuchtigkeit? geht es den Würmern gut? …und bei dieser Gelegenheit 15-20 Minuten lüften. 
  • Beim Öffnen der Kiste gleich eingeschalteten Staubsauger bereithalten, den Deckel der Kiste einen Spalt öffnen und gleich mit dem Staubsauger-Rohr absaugen, um so viele Fliegen wie möglich zu erwischen.
  • Essig-Falle ggf. erneuern wenn das Zeitungspapier löchrig wird, eine neue Seite drauflegen.
  • Futterstop 2-3 Wochen einhalten. Sobald die Fruchtfliegen weniger werden, die “Kur” noch etwas fortsetzen, um auch den nächsten Schlüpf-Zyklus zu erwischen. Keine Angst, deine Würmer werden nicht gleich verhungern, aber die Fliegen werden verschwinden.

Fruchtfliegen sind mit konsequentem Vorgehen gut zu vermeiden bzw. loszuwerden.

Trauermücken und Dungmücken sind manchmal sehr schwer zu unterscheiden. Gemeinsam haben sie ihre Paarungsfreudigkeit und Hartnäckigkeit. Auch die Möglichkeiten, um sie wieder zum “Ausziehen” zu bewegen, sind sehr ähnlich. Daher behandeln wir hier beide gemeinsam. Die natürliche Aufgabe dieser etwa 1 bis 5 mm kleinen, sehr dunklen bis schwarzen Mücken ist die Zersetzung von abgestorbener Biomasse, womit die Larven in der Natur grundsätzlich sehr nützlich sind. Sie sind weltweit verbreitet, es geht keine Gefahr von ihnen aus – auch wenn sie sehr nerven können – und es gab sie bereits in der Kreidezeit. Obwohl das Leben dieser Mücken mit ca. vier Tagen sehr kurz ist, können einige Arten in dieser Zeit hunderte Eier legen.

Es gibt ca. 35 verschiedene Dungmückenarten in Europa, diese leben gerne in Gruppen und in Wohnungen halten sie sich gern an Fensterscheiben auf. Bei Trauermücken sind – wie der Name schon sagt – Flügel und Körper dunkel gefärbt und es gibt in Europa mehr als 600 Arten. Die Weibchen einiger Arten haben keine Flügel. Trauermücken können auch Pflanzenteile und Wurzeln anfressen und werden häufig mit gekaufter Pflanzenerde “eingeschleppt”. Typisch: Für die Paarung hängen sie oft mit den Hinterteilen aneinander (und können dabei sogar noch herumlaufen).

Folgende Schritte helfen dabei, den Vermehrungszyklus zu durchbrechen bzw. die Mücken zu vertreiben. Wichtig: Nutze kombinierte Methoden, um Fliegen UND Larven zu reduzieren. 

  1. Vorbeugende Maßnahmen / Reduktion der Mücken:
  • Feuchtigkeit reduzieren: Trauermücken/Dungmücken lieben Feuchtigkeit, die sie zur Vermehrung brauchen. Daher den Kisteninhalt nicht zu feucht werden lassen und mit Faustprobe überprüfen (mit Kartonschnipsel und Lüften steuern). 
  • Herumkriechende Mücken mit einem Tuch wegwischen oder absaugen.
  • Eine wirksame Fliegenfalle im Wohnraum und in der Wurmkiste aufstellen. Diese reduziert mögliche Fruchtfliegen.
  • Gelbtafel auf der Deckelinnenseite der Kiste oder mit Stäbchen im Substrat befestigen.
  • Topfpflanzen untersuchen. Hier schafft ebenfalls ein zu viel an Feuchtigkeit ein Paradies für Trauermücken. Ggf. die Pflanzenerde ebenfalls behandeln, sonst wandern die Mücken einfach zwischen Kiste und Pflanzen hin und her: Topfpflanzen dazu mit Gelbtafel bestücken, Erdoberfläche im Topf mit Quarz/Volgelsand bedecken und mit Neem-Öl behandeln (Anwendung von Neem-Öl im Gießwasser laut Packungsbeilage).
  • Neem-Öl-Behandlung der Wurmkiste: Mit einer Sprühflasche wird eine Neem-Öl-Wasser-Mischung mind. 1x pro Tag auf die Fliegen gesprüht – also auf die Deckelinnenseite, die Kisteninnenseite und auf die Biomülloberfläche (richtiges Mischverhältnis und Anwendungsdauer liegt bei Neem-Öl aus dem wurmkiste.at Shop bei). Es werden damit nur die Fliegen reduziert, nicht die Larven. Somit hilft die Neem-Behandlung nur bei leichtem Befall. Eine kurze Anwendung in richtiger Dosierung schadet den Würmern nicht, allerdings ist von einer Langzeitbehandlung abzuraten.
  1. Starker Befall / Zusätzliche Schritte gegen die Larven
  • SF – Nematoden (Steinernema feltiae): Die Nematoden suchen aktiv nach den Mückenlarven und leben solange in der Wurmkiste, bis sie verschwunden sind. Nematoden sind lichtempfindlich und arbeiten bei 8-28 Grad Temperatur. Wichtig: Wassermenge beim Verabreichen der Nemathoden so gering wie möglich halten. Während des Einsatzes der Nematoden darf das Substrat aber auch nicht austrocknen. Produktempfehlung NemaDepot-Kapseln von Enema®. Wichtig: SF Nematoden und Neem-Öl nicht in Kombination verwenden.
  • Bacillus thuringiensis: Wenn in deiner Wurmkiste Trauermücken wohnen und diese mit anderen Mitteln nicht loszuwerden sind, kann man ihnen mit dem Bacillus thuringiensis (Produktempfehlung: Culinex Tab plus®, Anwendungs- und Sicherheitshinweise des Herstellers sind zu beachten!) begegnen. Das Präparat enthält Proteinkristalle, die von dem Bakterium Bacillus thuringiensis produziert werden. Diese Proteinkristalle werden von den Larven der Trauermücken aufgenommen und damit der Stoffwechsel blockiert. Es wirkt also nur gegen die Larven der Trauermücke und es muss vermieden werden, dass Mücken neue Eier in der Wurmkiste ablegen. Daher unbedingt mit Gelbtafel und Abdecken mit Hanfmatte kombinieren. Nach einer Behandlung mit Culinex kann man auch bei stark befallenen Kisten ein Verschwinden der Trauermücken erwarten. Culinex ist nicht gefährlich für die Würmer, Insekten oder Nützlinge der Wurmkiste.

Anwendung: Eine Tablette Culinex in ca. 0,2 L Wasser auflösen (Achtung: Wurmkiste nicht überwässern – bei feuchten Wurmkiste weniger Wasser verwenden bzw. zusätzlich Karton zugeben) und mit einer Sprühflasche auf dem Kisteninhalt verteilen. Das Substrat in der Wurmkiste sollte danach gut durchgemischt werden, damit die Flüssigkeit gut verteilt wird. Insgesamt dreimal im Abstand von 5-7 Tagen anwenden. 

  • Raubmilben: Viele unserer Kund*innen schwören bei Dungmücken auf den Einsatz von Raubmilben und konnten von einem kompletten Verschwinden berichten. Unsere eigenen Testergebnisse verliefen jedoch unzufriedenstellend – aber vorenthalten möchten wir euch diese Möglichkeit trotzdem nicht.

3. Letzte Möglichkeit: Die aufwändigste Möglichkeit ist ein Austausch der Erde (zum Neustarten kann ein Kokosblock verwendet werden) inklusive Würmern nach einer Reinigung und Ruhepause (zwei Wochen) der Wurmkiste. Nimmst du deine bestehende Wurmpopulation, am besten die Würmer kurz waschen, sodass du kein Substrat mit Larven mit in die neue Kiste übersiedelst.

Trauermücken und Dungmücken können in der Tat sehr hartnäckig sein und man gut tut daran, schon bei wenigen Fliegen zu handeln. Auch im Sinne der eigenen Topfpflanzen. Wie eingangs erklärt, sind diese Fliegen in der Natur wertvolle Zersetzer. Daher empfehlen wir zwischendurch die FliegenFriedenMeditation:

Gegen Stubenfliegen gibt es ein einfaches Mittel: Achtsames Lüften. Also bei Fliegen im Raum oder im Sommer ein feinmaschiges Tuch oder Fliegennetz beim Lüften über die Kiste hängen. Generell ist es empfehlenswert, eher kurz und bei Zugluft im Raum zu lüften. Das hält Fliegen fern. Sollten sich Stubenfliegen tatsächlich in der Kiste eingenistet haben: Warten bis alle geschlüpft sind und ausfliegen lassen – es dauert ca. 10 Tage, bis der Spuk vorüber ist und dabei anderen Stubenfliegen keine Möglichkeit mehr für die Eiablage geben.

Pilze sind für unser Leben auf der Erde unentbehrlich und entwickeln sich aus Sporen. Diese sind in der Luft und generell überall zu finden, somit auch in der Wurmkiste. Wenn wenig gelüftet wird, begünstigt dies das Wachstum von Pilzen. Besonders kurz nach dem Start kann Pilzwachstum auftreten, wenn sich die Mikrobiologie in der Kiste erst noch entwickeln muss. 

  • Der sogenannte “Tintling” ist in der Startphase verbreitet. Er ist nicht giftig und kann einfach entfernt werden.
  • Auch weißer Flaum kann zu Beginn die Hanfmatte besiedeln. Wenn dies stört, die alte Hanfmatte durch eine neue ersetzen. Die Würmer aus der alten Hanfmatte aussortieren und diese  für 2-3 Tage in die Sonne legen.
  • Spannend und ungefährlich: Der Schleimpilz. Du kannst ihn aber mit Essigwasser abwaschen und die Kiste zum Trocknen offen lassen.

Nach der Anfangsphase kommt es nur noch zu auffälligen Pilzen bzw. Schimmel, wenn zu viel Biomüll auf einmal gefüttert wurde und die Mikrobiologie nicht entsprechend nachkommt bzw. bereits schimmeliges Futter in die Wurmkiste gelangt. Schimmeliges Material – spätestens wenn es sich ausbreitet – aus der Wurmkiste entfernen. Um Schimmel generell vorzubeugen, kannst du auf dem frischen Biomüll etwas halbfertigen Wurmhumus von unten verteilen.

Stark komprimierten Kaffeesatz vor dem Füttern besser auflockern, da es sonst leicht zu Schimmel kommt. Foto aus wurmkiste.at Community auf facebook.

Wenn die Wurmkiste draußen steht, kann es passieren, dass Ameisen einwandern. Sie sind keine Gefahr für die Würmer, jedoch sind sie Futterkonkurrenten. Das Auftreten von Ameisen zeigt, dass trockene Bedingungen vorherrschen. Abhilfe schafft das Einbringen von Wasser mit einem Zerstäuber. Falls die Ameisen dennoch nicht auswandern wollen, kann man einen dicken Kreis aus Zimt um die Wurmkiste streuen. Am effektivsten funktioniert dies, wenn man die Ameisenstraße verfolgt und dort ebenso Zimt ausstreut. Weiters kann helfen, die Wurmkiste auf ein mit Wasser gefülltes Blech zu stellen. Dies stellt eine Barriere für die Ameisen dar. Falls deine Wurmkiste keine Rollen hat, kannst du dafür Becher, Dosen, Hölzer,.. verwenden.

Biomüll + Umweltschutz

Im Restmüll sind etwas 30% Biomüll enthalten.
In Österreich landet dieser Restmüll entweder direkt in der Müllverbrennungsanlage oder wird mechanisch-biologisch verbrannt. Bei der direkten Verbrennung wird vorab nichts aussortiert.

Da über 90 % der von uns verkauften Wurmkisten in Betrieb sind* werden so über 500 Tonnen Biomüll pro Jahr in feinsten Wurmhumus umgesetzt. Kein unnötiger Transport, keine verloren gegangenen Ressourcen und richtig gute Erde.

Das macht durchaus einen Unterschied. Im Durchschnitt produziert ein Mensch jährlich 100kg Biomüll. In deiner Wurmkiste werden daraus 10kg Humus – so gibst du unserer Erde wieder etwas zurück.

Mehr zu Biomüll & Umweltschutz findest du hier.

Erfahrungsbericht von Marie Gandl, Zero Waste Austria

*Kundenumfrage 2021

Genauso wie wir Wurmkomposter für viel und für wenig Biomüll herstellen, haben wir auch Modelle für kleinere und größere Budgets – wobei nicht zwangläufig ein Zusammenhang zwischen verwerteter Biomüllmenge und Preis besteht :)

Jedes Modell ist von uns auf Herz, Nieren und Wurmwohl getestet, beinhaltet Support nach dem Kauf und begleitet dich für viele Jahre.

Wurmkiste Standardmodell, Familienwurmkiste und Wormbag

Unsere Wurmkisten werden

  • in Österreich von Hand gefertigt,
  • wir legen Wert auf das Wohl von Mensch und Wurm
  • reduzieren Transportwege und Verpackungsmaterial
  • Es steckt darin viel Entwicklungsarbeit, was dir und den Würmern zugute kommt
  • Support für dich nach dem Kauf ist inkludiert

Hier erfährst du, worin wir sonst noch gut sind bzw. versuchen uns zu verbessern.

67 kg CO2 spart die Wurmkiste verglichen mit der thermischen Müllverwertung pro Jahr ein.

Was bedeutet: Die Wurmkiste ist klimapositv?

Die Wurmkiste motiviert zu einem bewussteren Lebenstil.

Dazu gehören sich gesünder zu ernähren, mehr kochen, bewusster einkaufen und der Umgang mit Lebensmitteln verändert sich. Schließlich ist ein Teil davon ja auch Wurmfutter. Die Wurmkiste erdet und lehrt Achtsamkeit und Dankbarkeit durch das Erleben des Kreislaufs mitten in der Küche.

Hier noch weitere 6 Gründe.

  1. Du weißt, was du hineingeworfen hast. Kein Mikroplastik, keine Schwermetalle oder andere Stoffe die du sonst auch nicht essen würdest.
  2. Der Humus wird zu dem Zeitpunkt geerntet, wann er gebraucht wird und ist somit absolut frisch.
  3. Auf und im Kompostwurm leben eine Vielzahl an Mikroorganismen, die sich natürlich auch in der Erde ansiedeln und wichtig für die Pflanzen sind – Wurmhumus ist belebte Erde, die gesunde Pflanzen hervorbringt.
  4. Langfristig gesehen, ist eine Wurmkiste günstiger, als jährlich qualitativ hochwertige Erde zu kaufen. Wer diesen Blogbeitrag gelesen hat, wird wahrscheinlich ab nun nicht mehr zur € 2.- Erde greifen.
  5. Es entsteht kein Plastikmüll, da die Verpackung wegfällt.
  6. Eigene Erde ist nachhaltig ökologischer, da die Transportwege eingespart werden.

Lieferung + Versand

Wenn du deine Bestellung am Wochenende abschließt und vollständig bezahlst, erhältst du dein Paket meist innerhalb der nächsten Tage. Die Pakete verlassen in der ersten Wochenhälfte unsere Werkstatt, damit die Reise für die Würmer möglichst kurz und nicht übers Wochenende dauert. Wir versenden Post und DHL. Die Würmer würden aber auch eine längere Reise problemlos überstehen – siehe nächster Punkt.

Was du tun kannst, damit dein Paket möglichst schnell bei dir ankommt? Auch wenn wir uns sehr über kleine Glücksbotschaften freuen, schreib uns in dem Fall aber besser nichts ins Kommentarfeld bei der Bestellung. Bestellungen mit Kommentaren landen zuerst bei unserem Support-Team – könnte ja ein besonderer Wunsch sein – und nicht gleich beim Versand-Team.

Bevor die Würmer auf die Reise gehen, werden sie von uns gut gefüttert und wir sorgen für die notwendige Feuchtigkeit im Substrat. So würden sie auch theoretisch eine längere Reise von drei Wochen überstehen. Im Normalfall kommen die Würmer natürlich innerhalb weniger Tage bei dir an.

Mit unserem Lieferpartner haben wir auch den Versandweg so weit besprochen, dass die Pakete nie über längere Zeit im Lieferwagen lagern und sie somit auch nicht auskühlen bzw. überhitzen. Wenn Sie über Nacht gelagert sind, passiert das im temperierten Versandlager und nicht im Lieferauto.

Für die Würmer sind Temperaturen zwischen 15°C und 25°C optimal. Bei etwas höheren Außentemperaturen überprüfe nach der Ankunft des Pakets die Feuchtigkeit des Wurmsubstrats im Kübel so rasch wie möglich. Bei Bedarf – wenn es sich nicht mehr leicht feucht oder sogar eher trocken anfühlt – mit einem Zerstäuber befeuchten oder mit nassen Händen hineinspritzen.

Wenn deine Würmer nicht umgehend in deine Wurmkiste einziehen können, weil du sie zB. erst noch zusammenbauen musst, lagere den Kübel an einem schattigen Ort maximal eine weitere Woche. Spätestens dann sollten sie in ihr neues Zuhause umsiedeln.

Du kannst uns eine Wunschversandwoche im Kommentarfeld angeben. Wir können allerdings nur den Tag des Versand planen, wann genau dein Paket bei dir eintrifft, kommt auf die Versandpartner an.

Bitte benutze den Tracking-Link, den du per Email bekommen hast. Dort findest du meist eine Antwort. Es kann bis zu 24 Stunden dauern bis die erste Info angezeigt wird. Wenn nicht, dann wende dich an unseren Versandpartner oder direkt an uns: [email protected]

Wir verbessern unsere umweltschonenden Verpackungen immer weiter, doch passiert ein Versandschaden manchmal leider trotzdem.

Bitte schicke die Schadensmeldung – inkl. Foto vom Verpackungskarton außen, dem Verpackungsmaterial und der Beschädigung – umgehend nach der Zustellung an [email protected]
Denn wir als Absender müssen innerhalb von 7 Werktagen eine Meldung mit den Infos von dir an den Versanddienstleister weitergeben, um es beanstanden zu können.

Gut zu wissen: Besteht eine Abstellgenehmigung zwischen dem Zusteller und dem Empfänger, sind im Normalfall keine Schadensmeldungen möglich, da hier die Haftung an den Empfänger übergeben werden. Bitte lies hier in den Vertragsbedingungen der Abstellgenehmigung ggf. nach.

Bestellung + Zahlung

Wormsystems GmbH
IBAN: AT62 2032 0321 0041 8784
BIC: ASPKAT2LXXX
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Gib bitte bei der Überweisung deine Rechnungsnummer/Bestellnummer an.
Dann können wir es leicht zuordnen.

Ja, die Erstellung einer E-Rechnung ist auf Wunsch hin möglich.

Bitte dafür ganz regulär über den Onlineshop bestellen. Schreibt anschließend eine Nachricht an [email protected] mit eurer Bestellnummer und den relevanten Infos für eine elektronische Rechnung: Auftragsreferenz (Buchstaben-Zahlen-Kombination).

Wir bemühen uns die Rechnung zeitnah auszustellen.

Persönlicher Support

Du findest die Antwort auf deine Frage in den FAQs bzw. der Betriebsanleitung nicht? Dann ist unser Support-Team gerne für dich da. Unsere Bürozeiten: Mo-Do 8-12 Uhr

Bei Fragen zu deiner Bestellung oder Lieferung wende dich bitte an: [email protected]

Hast du Fragen rund um Würmer, Wurmkiste oder WormBag, schreib uns bitte hier: [email protected]

Bitte bereite ein paar Informationen (nächste Frage) vor, dann kann deine Antwort rasch und treffsicher beantwortet werden.

Kennst du schon die wurmkiste.at-Community auf Facebook? Hier findet reger Austausch statt: Anfänger- und Spezialfragen sind gleichermaßen willkommen. Schau mal vorbei! Hier beantwortet die Community und Teammitglieder von wurmkiste.at deine Fragen.

Rasche Hilfe ist gefragt?
Dann gib uns mit deiner Nachricht an [email protected] gleich folgende Infos, so können wir am besten helfen!
(Am einfachsten die Liste hier rauskopieren und in der Email beantworten)

  1. Was ist dir aufgefallen und seit wann?
  2. Foto vom Kisteninhalt (ist immer sehr hilfreich!)
  3. Welches Modell? Selbstbauset oder Fertige Kiste?
  4. Standort der Wurmkiste
  5. Wann wurde gestartet?
  6. Geruch?
  7. Die Würmer: Wo sind sie und wie wirken sie?
  8. Feuchtigkeit: Was ergibt die Faustprobe?
  9. Letzte Ernte: Zeitpunkt und Humusbeschaffenheit
  10. Futter: War etwas auffällig/abweichend in den letzten vier Wochen?
  11. Ausreichend Faser-Futter (20-25 %)?
  12. Mineralmischung: Regelmäßig und richtig dosiert?
  13. Wurmtee: Ja oder nein?
  14. Hanfmatte in Verwendung?
  15. Unbekannte tierische Mitbewohner/Fliegen? Versuche sie eindeutig zu identifizieren.

Wir melden uns so schnell wie möglich – meist innerhalb von 1-2 Werktagen – bei Dir!

Wir verstehen natürlich, dass eine persönliche Nachricht schöner ist – besonders da unser Support Team meist sehr rasch helfen kann. Weil wir aber teilweise sehr viel Nachrichten erhalten und uns auch sehr viel Mühe geben, unsere Wissen online gut auffindbar an euch weiterzugeben, freut es uns natürlich, wenn du dich zuerst hier in den FAQs, der Futterliste, unseren Videoanleitungen oder in der Betriebsanleitung umsiehst, ob sich deine Frage beantworten lässt.

Wenn du Ideen, Feedback oder Verbesserungsvorschläge für unsere (online) Anleitungen hast, schreib uns doch: [email protected]

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