Die beste Pflanzenerde ist selbstgemacht – Warum?

Pflanzenerden gibt es viele zum Kaufen – praktisch jeder Supermarkt verkauft sie in Plastiksäcken vor dem Geschäft. Hier verliert man schnell den Überblick, denn auch die Begriffe Blumenerde, Bio-Spezial-Dünger, torfreduziert … usw. können verwirrend sein.

Hier in dem Beitrag erfahrt ihr, worauf es ankommt bei der Wahl der Pflanzenerde und welche Gründe für die Herstellung von eigener Erde sprechen.

Nicht nur die Nährstoffe zählen

Neben Stickstoff, dem wichtigsten Nährstoff für die Pflanze, gibt es weitere Makro- und Mikronährstoffe. Die Pflanze braucht die Makronährstoffe in größeren Mengen und die Mikronährstoffe nur in kleinen Dosen – manche auch nur in bestimmten Wachstumsphasen.
Aber es sind nicht nur die Nährstoffe, die zählen. Mindestens genauso wichtig sind die vorhanden Mikroorganismen.

Diese sind verantwortlich für die Speicherung von Nährstoffen (Lebendverbau), den Transport der Nährstoffe zur Pflanze und auch für die Kommunikation der Pflanze zuständig: Die Pflanze sendet Botenstoffe aus, dass sie beispielsweise Phosphor braucht – die Mikroorganismen in der Erde machen sich auf die Suche und transportieren diesen zu Wurzel – im Austausch erhält das Bakterium Zucker – als Aufwandsentschädigung.

Leider ist es so, dass in vielen gekauften Erden sehr  wenige und einseitige Mikroorganismen zu finden sind. Grund dafür ist die lange Lagerung (kann bis zu mehreren Jahre sein) auf betonierten Lagerplätzen die Sonne, Schnee und Regen ausgesetzt sind. Zudem ist sie meist schon in Plastiksäcken verpackt, wodurch kein Luftaustausch mehr stattfinden kann. Bakterien brauchen jedoch Sauerstoff.
Somit ist klar: Damit die Pflanze gedeihen kann braucht sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch eine Vielfalt an Mikroorganismen.

Plastik in der Kompostieranlage

Leider kennt jede/r die Situation. Man leert seinen Biomüll in die Biotonne und der Nachbar hat vor einem ein “normales” Plastiksackerl voll mit Küchenabfällen reingeworfen. Der Faulheit halber mit dem Sackerl. Was aber passiert damit auf der Kompostanlage? Im besten Fall wird es aussortiert. Im Normalfall (wegen dem erhöhten Aufwand) wird es gehäckselt und mischt sich unter die fertige Erde. Das kann soweit gehen, dass es nicht mehr sichtbar ist. Ohne zu wissen, schleppt man sich jede Gartensaison Plastik mit verschiedensten Additiven (BPA,…) in den Garten. Eine Regulierung oder einen Grenzwert gibt es hier leider nicht. Nach dem Motto – aus den Augen, aus dem Sinn.

Kompostqualität teilweise miserabel

Wie kann ein 40 Liter Sack Pflanzerde beim Obi weniger als 2€ kosten? Herstellungskosten müssen unter 0,5€ liegen, da Transport, Handel, Werbung und Steuern den Großteil verschlingen. Praktisch ist es so, dass die Kompostqualität sehr stark variieren kann. Auch unter hochwertigen Erden kann es vorkommen, dass die Herstellung von Kompost aus Biomüll zu schnell, zu langsam, zu naß oder zu heiß verlaufen ist und somit chemische Verbindungen (Wasserstoffverbindungen) entstehen können, die man eher vermeiden sollte. Wir haben 2018 einen Pflanzenwachstums Versuch durchgeführt. Neben unseren Wurmkompost kamen auch scheinbar hochwertige Erden vom Supermarkt zum Einsatz und auch hier zeigte sich, dass eine den Test nicht schaffte. Umso günstiger die Erde ist, umso höher die Chance, dass die Qualität nicht passt.

Ausgangsmaterial für Kompost

Es gibt verschiedene Quellen wie Kompost hergestellt werden kann. Die meist bekannten sind der Biomüll aus der Biotonne, Rasenschnitt und Strauchschnitt. Dazu noch die weniger bekannten wie Torf und Klärschlamm. Torf ist nicht sehr ökologisch, da es kein nachwachsender Rohstoff ist und Klärschlamm beinhaltet Hormone, Chemikalien und Schwermetalle.
Kompost aus den ersten drei genannten Quellen ist unproblematisch. Aber wie kann man sicher gehen, dass keine Schwermetalle von Klärschlamm in meine Erde kommt oder Torf verwendet wird? Klärschlamm darf nicht in Pflanzenerden, die für Gemüse und Obst beworben werden, enthalten sein. Grund ist, dass die Schwermetalle in die Pflanze wandern können und toxisch auf den Menschen wirken. Deshalb wird Klärschlamm primär für Blumenerden verwendet. Diese sind gleich mal 1-2 Euro günstiger und leider greifen viele Leute nach der Blumenerde obwohl sie es fürs Gemüse verwenden. Und auch wenn man Blumenerde kauft – was macht man damit nach der Saison? Meist schüttet man sie einfach auf den Komposthaufen und so hat man diese Problemstoffe im eigenen Nährstoffkreislauf.
Bezüglich Torf muss es bei den Inhaltsstoffen unter Ausgangsmaterial angegeben sein.

Wichtige Gründe warum man seine Erde in der Wurmkiste oder im Wurmsack am besten selbst macht

  1. man weiß was man reingeworfen hat – kein Mikroplastik, keine Schwermetalle oder andere Stoffe die man sonst auch nicht essen würde.
  2. der Humus wird zu dem Zeitpunkt geerntet, wann er gebraucht wird und ist somit absolut frisch.
  3. Auf und im Kompostwurm leben eine Vielzahl an Mikroorganismen die sich natürlich auch in der Erde ansiedeln und wichtig für die Pflanzen sind – belebte Erde, die gesunde Pflanzen hervorbringt.
  4. langfristig gesehen, ist eine Wurmkiste günstiger als jährlich qualitativ hochwertige Erde zu kaufen – wer weiterhin um 2€ Erde kauft, dem kann nicht geholfen werden.
  5. kein Plastikmüll da die Verpackung wegfällt und auch ökologischer, da die Transportwege eingespart werden.

Wer keine Wurmkiste zuhause aufstellen möchte kann sich auch den fertigen Wurmhumus bei uns im Shop bestellen.

weiterführende Links

Plastik im Biomüll https://www.umweltprofis.at/allgemein/wissenswertes/bioabfall_und_kompost.html

Kompostverordnung https://www.bmnt.gv.at/umwelt/abfall-ressourcen/abfall-altlastenrecht/awg-verordnungen/kompostvo.html