Ist es Tierquälerei Würmer in einer Wurmkiste zu halten? – Hier bekommst du Antworten!

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Das “Wurmwohl” – also das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kompostwürmer – steht bei uns an oberster Stelle. Wir würden die Idee, mit Hilfe von Würmern in Holzkisten zu kompostieren, nicht gut heißen, wenn wir nicht sicher sein können, dass es nicht auf Kosten der Lebewesen geht, die uns dabei helfen sollen.

Doch woran lässt sich erkennen, dass es den Würmern gut geht und wie kann ich dazu beitragen?

Umgang mit Lebewesen

Kompostwürmer sind gewöhnlich in Wäldern und Komposthaufen anzutreffen, wo sie biologischen Abfall wie Blätter, heruntergefallene Birnen oder Pferdeäpfel verwerten. In der Regel passt sich die Wurmpopulation der Menge des vorhandenen Biomülls an und vermehrt sich entsprechend. Unter optimalen Bedingungen können bis zu 20.000 Kompostwürmer pro Quadratmeter Boden beobachtet werden. Würmer sind wichtig für die Bodenstruktur und die Fruchtbarkeit. Ohne Würmer wäre unser Ökosystem nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren und zu regenerieren. Die Aufgabe der Würmer ist es, Biomüll in wertvollen Humus zu verwandeln. Gemeinsam können wir das enorme Potenzial des Biomülls nutzen und mit der Hilfe der Kompostwürmer in ein nachhaltiges Zeitalter eintreten.

Bei Würmern wird oft fälschlicherweise angenommen, dass sie keinen Schmerz empfinden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Würmer haben Nervenenden und reagieren auf äußere Reize. Dementsprechend ist es wichtig, dass der Umgang mit Würmern respektvoll ist!

Wie lässt sich jetzt feststellen, ob es den Würmern in der Wurmkiste gut geht?

In der Natur ist Fortpflanzung ein zuverlässiger Indikator für das Wohlbefinden einer Spezies. Negative Veränderungen in der Umgebung führen häufig dazu, dass sich Tiere und Menschen weniger vermehren (wie beispielsweise eine verringerte Fruchtbarkeit bei Menschen durch Stress oder Umwelteinflüsse, was ein zunehmend verbreitetes Phänomen ist).

Dieser Indikator lässt sich auch auf Würmer anwenden. Wenn sich die Würmer in der Wurmkiste nicht ebenso gut vermehren wie in der freien Natur, lässt das darauf schließen, dass sie sich nicht wohlfühlen und unter Stress stehen. Vermehren sich die Würmer in der Wurmkiste genauso gut wie im Komposthaufen oder im Wald?

Vor der Gründung unseres Unternehmens sind wir der Frage des Wohlbefindens gründlich nachgegangen. Wir haben die Wurmpopulation über mehrere Monate hinweg überwacht und festgestellt, dass die Wurmdichte in einer Wurmkiste genauso hoch ist wie in einem Komposthaufen. Daher können wir mit Sicherheit sagen: Ja, den Würmern geht es gut. Die Idee der Wurmkiste wäre damals nicht weiter verfolgt worden, wenn es nicht klar gewesen wäre, dass es den Würmern gut geht.

Man könnte sogar argumentieren, dass Würmer in der freien Natur tendenziell mehr Stress ausgesetzt sind, da das Nahrungsangebot über das Jahr hinweg stark schwankt und es natürliche Prädatoren wie Vögel und Maulwürfe gibt.

Trotzdem, auch nachdem die Frage geklärt ist, ob sich die Würmer in der Kiste wohlfühlen, bleibt ein wichtiger Aspekt: die Schulung der Menschen, die eine Wurmkiste besitzen.

Leider beobachten wir immer wieder, dass Wurmkisten ohne Anleitung verkauft werden. Die neuen Besitzer bestellen dann oft die falschen Würmer und erleben eine Katastrophe: Die Würmer sterben, und der Händler, der sich beispielsweise eigentlich nur mit Gartenzubehör auskennt, kann nicht weiterhelfen. Später stellt sich heraus, dass der meist aus China stammende Plastik-Wurmkomposter mit Schwermetallen und Weichmachern belastet ist und der entstandene Kompost eher für den Restmüll als für das Gemüsebeet geeignet ist. Die erste Erfahrung mit der Wurmkompostierung ist dann natürlich ernüchternd.

Aus diesem Grund legen wir großen Wert darauf, unseren Kunden genau zu vermitteln, wie sie mit den Würmern umgehen sollten, welche Nahrung geeignet ist und was zu tun ist, wenn Probleme auftreten. Unsere Betriebsanleitung, die mittlerweile über 46 Seiten umfasst, wird ständig aktualisiert und basiert auf den zahlreichen Anfragen, die wir täglich beantworten. So bieten wir nicht nur eine detaillierte Anleitung, sondern auch exzellenten Support.

Unser Ziel ist es, dass sowohl Menschen als auch Würmer von einer Wurmkiste von wurmkiste.at profitieren. Es soll Spaß machen und einfach sein, gemeinsam in eine nachhaltigere Zukunft zu starten.

Unsere Checkliste hilft dir vor dem Kauf dabei, alles zu bedenken und dich gut vorzubereiten:

Einflussfaktoren für die Wurmgesundheit

Mit der Anschaffung einer Wurmkiste ziehen Lebewesen bei dir ein. Du musst zwar nicht mit ihnen Gassi gehen, aber sie brauchen klarerweise auch Aufmerksamkeit und Pflege.

Gut zu wissen: Die Bedingungen in der Kiste sind so, dass ihr natürliches Habitat so gut nachempfunden wird, dass sie sich wohl fühlen. In einer gut geführten Wurmkiste haben sie alles, was sie auch in der Natur vorfinden: feuchte Umgebung, Futter, Sauerstoff und Dunkelheit.

Du hast Einfluss auf das Wohl der Würmer in deiner Wurmkiste!

  • Standort: möglichst gleichmäßige Temperaturen, nicht zu heiß im Sommer, nicht zu kalt im Winter. Keine Vibrationen (Waschmaschine).
  • Sauerstoff: Würmer brauchen Sauerstoff und Wurmkompostierung ist ein aerober Prozess. Die Wurmkiste und unsere anderen Komposter si nd belüftet. Regelmäßiges Lüften der Kiste ist eine Wohltat für die Würmer.
  • Regelmäßige Ernte: Zum einen wird bei der Ernte natürlich Platz geschaffen für neues Futter, andererseits wird bei der Ernte das Substrat durch die Umwälzung gut belüftet und somit besser kompostiert. Die Ernte sollte am besten einfach mit den Händen (mit Handschuhen) durchgeführt werden. Dies ist für die Würmer am schonendsten.
  • Abwechslungsreiches Futter: Ein guter Mix aus stickstoff-haltigem (Obst- und Gemüseabfälle) und Kohlenstoff-haltigem Futter (Karton, Papier, Laub und anderes “Faserfutter”) ist optimal für die Würmer und den Kompostiervorgang. Eine ausgewogene Ernährung der Würmer können wir auch beeinflussen, indem wir für uns selbst auch abwechslungsreich kochen. So kann die Wurmkiste auch eine gute Motivation für eine gesündere Ernährung sein.

Das einzige, was sie zusätzlich brauchen, sind Mineralstoffe und Kalk, der auch zum Ausgleich des PH-Wertes dient. Dies kommt 1x im Monat mit der “Mineralmischung” in die Wurmkiste (1-2 Esslöffel, je nach Kistengröße und Füllstand).

Anmerkung: Sollte sich im Zuge von zukünftigen Forschungen herausstellen, dass die Haltung von Kompostwürmern in gepflegten Wurmkisten nicht tierfreundlich ist, würde dies eine Änderung unseres Verhaltens nach sich ziehen. Für uns ist es wichtiger, ethisch richtig zu handeln und ruhig schlafen zu können, als zusätzliches Leid in die Welt zu bringen.

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