OOOPS – Die 4 häufigsten Fehler beim Kompostieren

Probleme mit der Wurmkiste

Das Kompostieren mit Würmern ist ein natürlicher Prozess. Doch manchmal müssen wir Menschen wieder ein weinig Fingerspitzengefühl entwickeln, um die Natur zu verstehen und ihr das zu geben, was sie braucht, um ihre Kraft zu entfalten. Hier sind einfache Lösungen für die vier häufigsten Probleme beim Kompostieren mit Würmern – egal ob in der Wurmkiste oder am Komposthaufen. Am Schluss findest du 3 Tipps von unserem Support Team als Sofortmaßnahmen.

Die magischen Vier: C – N – O – H2O

Keine Sorge, klingt zwar nach Chemie Unterricht, aber es sind einfach die vier universalen Kompost-Zutaten:

  • Stickstoff
  • Kohlenstoff
  • Sauerstoff
  • Wasser

Was sie mit den häufigsten Fehlern zu tun haben, weißt du nach dem Lesen dieses Artikels bestimmt.

Fehler #1:
Ausschließlich “Grünzeug” füttern

“Grünes” Futter für deinen Wurmkomposter ist alles, was frisch und saftig ist. Damit gemeint sind Obst- und Gemüsereste, Grünschnitt, Kaffeesatz, Tierkot (bei größeren Wurmfarmen) etc. Dies enthält einen höheren Stickstoffanteil.

Wenn du deinen Wurmkomposter ausschließlich mit diesen Zutaten fütterst, wirst du rasch eine stinkige und schleimige Masse vorfinden. Bäh. Das kommt von einer ineffizienten Kompostierung gemischt mit anaeroben Bedingungen. Es braucht also ein Gleichgewicht: Immer wenn du “Grünzeug” fütterst, gib auch etwas Faserfutter dazu. That’s the magic :-) womit wir beim nächsten Punkt wären ->

Fehler #2:
Kein fluffiges “Faserfutter” füttern

Trockenes, kohlenstoffhaltiges Material, wir nennen es “Faserfutter”, ist alles, was bereits ausgetrocknet und “tot” ist. Dazu zählen getrocknetes, braunes Laub. Genauso wie geschredderter/zerrissener Karton und Zeitungspapier oder ungedüngte Kokosfasern (ideal als Urlaubs-Langzeitfutter).

Es ist wichtig, mindestens 1/4 (oder besser noch 1/3) Faserfutter zu füttern. Warum? Die Blätter und die Kartonstücke sorgen einerseits für Lufteinschlüsse. Das ist gut für die Würmer, die sauerstoffliebenden Mikroorganismen und verbessert damit den Kompostierprozess. Andererseits wird dein Wurmhumus dadurch feinkrümeliger und stabiler (und nicht matschig).

Wichtig: nicht darauf vergessen, den Karton und das Zeitungspapier in kleine Stücke reißen und beim Füttern optimalerweise gleich mit den stickstoffhaltigen Obst- und Gemüseresten mischen. Nur so erhält man den gewünschten Effekt. Dickere Papier- bzw. Kartonschichten in deinem Wurmkomposter würden ev. zusammenpampen und keine Luft durchlassen.

Tipp: am besten eine Schachtel mit bereits zerrissenen Klopapierrollen, Kartonstückchen und Zeitungspapier, Laub … neben die Wurmkiste geben und beim Füttern einfach eine Handvoll dazu geben.

Wenn du jetzt mehr Lust auf Chemieunterricht bekommen hast, dann suche mal nach C/N-Verhältnis im Internet.

Fehler #3:
Wurmkiste zum Feuchtgebiet erklären

Ja, die Bakterien und Würmer in deinem Komposter brauchen Feuchtigkeit, um sich  wohlzufühlen und zur Vermehrung. Im Sommer – bei Hitze als Schutz gegen Austrocknung – ist es vielleicht auch notwendig, etwas zusätzlich mit einer Sprühflasche zu befeuchten (einfach rein geschüttetes Wasser würde flux durchrinnen). Aber eigentlich übertreiben es die meisten mit dem Befeuchten. Üblicherweise kommt durch die Obst- und Gemüsereste allein ausreichend Feuchtigkeit in den Komposter und es ist kein zusätzliches Benässen notwendig. Denn was passiert, wenn alles zu feucht wird? Es kommt rasch zu anaeroben Bereichen, dies begünstigt Gerüche und die Kompostierung verläuft unzureichend. Das Ziel ist, dass sich das Innere des Wurmkomposters wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt. Wenn du eine Handvoll Material aus der Wurmkiste nimmst und zusammendrückst (ohne Würmer), sollten vielleicht 1-2 Tropfen Wasser heraustropfen. Das ist absolut ausreichend. (ja, das ist die “Faustprobe” 🙂).

Wurmtee wird sich zwar so kaum in der Wurmteetasse bilden – diesen kannst du auch ganz einfach aus einer Handvoll fertigen Humus herstellen – dafür beugst du Trauermücken wirksam vor! Die brauchen nämlich auch sehr feuchte Bedingungen, um sich zu vermehren. Um eher trockene Kisten machen sie ‘ne Fliege.

Fehler #4:
Zu wenig Luft (und Liebe?)

Kompostierung ist ein aerober Prozess – das wissen wir jetzt schon. Die Lebewesen im Wurmkomposter (Bakterien, Kleinstlebewesen, Würmer) brauchen Sauerstoff, genauso wie wir Menschen. Ohne Belüftung wird dein Komposter schnell stinkig. Die Wurmkiste hat daher Belüftungslöcher, der WormBag besteht aus atmungsaktivem Materialialen, bei Etagenkompostern sind Löcher im Deckel. So entsteht in Kombination mit der Wurmteeöffnung unten eine Art Kamineffekt.

Bei der Wurmkiste ist es wichtig, dass auch die Belüftung von unten gegeben ist – also durch die Membran. Daher sollte die Wurmkiste regelmäßig geerntet werden (alle 6 Monate) und dabei die Membran vorsichtig gereinigt und auf Durchlässigkeit überprüft werden. Dazu mit  weicher Bürste/Schwamm, warmen Wasser und ein paar Tropfen Essig (entfernt die ev. im Karton enthaltenen Kleber-Reste) die Membran vorsichtig reinigen. Zum Durchlässigkeitstest ein Glas Wasser draufleeren: Das Wasser sollte zügig in die Wurmteetasse durchlaufen.

Wellness für deine Wurmkiste: 1x am Tag 1-2 Minuten lüften! Dazu Deckel auf, Wurmteetassenblende wegnehmen, Wurmteetasse leicht herausziehen und gleichzeitig Wohnraum lüften. Aaaaah! (wenn die Wurmkiste ohnehin täglich gefüttert und somit geöffnet wird, ist kein zusätzliches Lüften erforderlich).

Zum Abschluss noch ein paar Sofort-Tipps, wenn du dir beim lesen gedacht hast: “Auweia, schon passiert”:

Tipp #1: Matschiger Kisteninhalt
Wenn du länger zu wenig Faserfutter beigemengt hast und du merkst, dass das Material in der Kiste seeeehr kompakt ist und es beginnt matschig zu werden, kannst du das nachholen. Einfach eine großzügige Menge trockene Kartonschnipsel oder eingeweichte Kokosfasern vorsichtig untermischen.

Tipp #2: Zum (Neu-)Start der Kiste
Zum (neu) Starten der Wurmkiste sollten KEINE Kartonschnipsel direkt auf die Membran kommen. In der Anfangszeit stand das so in unserer Anleitung. Das verstopft allerdings die Membran zu rasch. Besser beim Start die Kartonschnipsel oben drauf auf die Wurmpopulation und nur leicht unterheben.

Tipp #3: Kokosfasern are a worms best friend 
…und damit auch deine besten Freunde :-) Du kannst Kokosfasern nicht nur zum Belüften oder zur Feuchtigkeitsregulierung von matschigem Substrat verwenden. Es kann auch als Ersatzfutter dienen, falls mal eine Zeit lang weniger gefüttert wird (zb: Urlaub). Falls deine Würmer mal gestresst sind, und du weißt nicht genau welches Futter es war, dass Ihnen nicht gepasst hat. Kein Problem! Mische einfach etwas Kokosfasern unter, und verdünne das “Problem”. Und obendrein verbessert es die Struktur deines fertigen Wurmhumus. Wichtig: nur UNGEDÜNGTE Kokosfasern verwenden.

Jetzt weißt du Bescheid und 2024 wird dein Kompost-Jahr. Deine Pflanzen jubeln jetzt schon 🙂

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