Die natürliche Aufgabe dieser etwa 1 bis 5mm kleinen, sehr dunklen bis schwarzen Mücken ist die Zersetzung von abgestorbener Biomasse, womit die Larven in der Natur grundsätzlich sehr nützlich sind.

2 1

Sie sind weltweit verbreitet, es geht keine Gefahr von ihnen aus – auch wenn sie sehr nerven können – und es gab sie bereits in der Kreidezeit. Obwohl das Leben dieser Mücken mit ca. vier Tagen sehr kurz ist, können einige Arten in dieser Zeit hunderte Eier legen. Da sie sich also sehr freudig vermehren und sehr hartnäckig sein können ist es wichtig, rasch zu handeln. Es gibt ca. 35 verschiedene Dungmückenarten in Europa, diese leben gerne in Gruppen und in Wohnungen halten sie sich gern an Fensterscheiben auf.

Bei Trauermücken sind – wie der Name schon sagt – Flügel und Körper dunkel gefärbt und es gibt in Europa mehr als 600 Arten. Die Weibchen einiger Arten haben keine Flügel. Trauermücken können auch Pflanzenteile und Wurzeln anfressen und werden häufig mit gekaufter Pflanzenerde “eingeschleppt”. Typisch: Für die Paarung hängen sie oft mit den Hinterteilen aneinander (und können dabei sogar noch herumlaufen).

Trauermücken und Dungmücken sind manchmal sehr schwer zu unterscheiden. Jedoch sind die Möglichkeiten um sie wieder zum “Ausziehen” zu bewegen, sehr ähnlich. Daher behandeln wir hier beide gemeinsam. Folgende Schritte helfen dabei, den Vermehrungszyklus zu durchbrechen bzw. die Mücken zu vertreiben. Wichtig: Nutze kombinierte Methoden, um Fliegen UND Larven zu reduzieren. Wir testen seit 5 Jahre zu dem Thema. Hier die wichtigsten und hilfreichsten Tipps:

1. Vorbeugende Maßnahmen / Reduktion der Mücken

  • Herumkriechende Mücken mit einem Tuch wegwischen oder absaugen. Eine Apfelessig-Spülmittel-Falle im Wohnraum und in der Wurmkiste aufstellen. Diese reduziert sowohl Trauermücken, als auch mögliche Fruchtfliegen (1 Tropfen Spüli reicht aus). Gelbtafel auf der Deckelinnenseite der Kiste oder mit Stäbchen im Substrat befestigen. Topfpflanzen untersuchen. Bei sichtbaren Trauermücken die Pflanzenerde ebenfalls behandeln, sonst wandern die Mücken einfach zwischen Kiste und Pflanzen hin und her. Topfplanzen dazu mit Gelbtafel bestücken, Erdoberfläche im Topf mit Quarz/Volgelsand bedecken und mit Neem-Öl behandeln (Anwendung von Neem-Öl im Gießwasser laut Packungsbeilage).
  • Neem-Öl-Behandlung der Wurmkiste: Mit einer Sprühflasche wird eine Neem-Öl-Wasser-Mischung (richtiges Michverhältnis liegt bei Neem-Öl bei uns im Shop bei) mind. 1x pro Tag auf die Fliegen sprühen – also auf Deckelinnenseite, Kisteninnenseite und auf die Biomülloberfläche. Es werden damit nur die Fliegen behandelt und nicht die Larven. Somit hilft es auch nur bei leichtem Befall bzw. schafft nur kurzfristig Abhilfe. Eine kurze Anwendung in richtiger Dosierung schadet den Würmern nicht, allerdings ist von einer Langzeitbehandlung abzuraten.
  • Feuchtigkeit reduzieren: Trauermücken lieben Feuchtigkeit, die sie zur Vermehrung brauchen. Daher sollte zu viel Feuchtigkeit generell vermieden werden: dies gilt für die Wurmkiste und genauso für Topfpflanzen, um Trauermücken zu vermeiden bzw. loszuwerden. Normalerweise reicht die Feuchtigkeit aus, die im Biomüll ohnehin enthalten ist. Nur im Anlassfall (Hitze, sehr viel trockenes Futter) ist zusätzliches Befeuchten sinnvoll. Gegenmaßnahme bei zu viel Feuchtigkeit: regelmäßig lüften und Kartonschnipsel unterheben.

2. Starker Befall / Zusätzliche Schritte gegen die Larven

  • SF – Nemathoden (Steinernema feltiae): Die Nematoden suchen aktiv nach den Mückenlarven und leben solange in der Wurmkiste, bis diese verschwunden sind. Nematoden sind lichtempfindlich und arbeiten bei 8-28 Grad Temperatur. Wichtig: Wassermenge beim Verabreichen der Nemathoden so gering wie möglich halten. Während des Einsatzes der Nematoden darf das Substrat aber auch nicht austrocknen. Produktempfehlung NemaDepot-Kapseln von Enema®. Wichtig: SF Nematoden und Neem-Öl nicht in Kombination verwenden.
  • Bacillus thuringiensis: Wenn in deiner Wurmkiste Trauermücken wohnen und diese mit anderen Mitteln nicht loszuwerden sind, kann man ihnen mit dem Bacillus thuringiensis (Produktempfehlung: Culinex Tab plus®, Anwendungshinweise des Herstellers beachten) begegnen. Das Präparat enthält Proteinkristalle, die von dem Bakterium Bacillus thuringiensis produziert werden. Diese Proteinkristalle werden von den Larven der Trauermücken aufgenommen und damit der Stoffwechsel blockiert. Culinex wirkt nur gegen die Larven der Trauermücke, die erwachsenen Tiere müssen also separat beseitigt werden und es muss vermieden werden, dass diese neue Eier in die Wurmkiste legen. Am besten sollte eine Gelbtafel in der Wurmkiste angebracht werden und die oberste Schicht Biomüll immer mit einer Hanfmatte zugedeckt werden. Nach einer Behandlung mit Culinex kann man sich auch bei stark befallenen Kisten ein Veschwinden der Trauermücken erwarten. Culinex ist nicht gefährlich für die Würmer, Insekten oder Nützlinge der Wurmkiste. Es wird auch in der Landwirtschaft angewendet und darf laut Gesundheitsbehörde auch zum Gießen verwendet werden. Es ist im Wurmhummus also unbedenklich.Anwendung: Eine Tablette Culinex in ca. 0,2 L Wasser auflösen (Achtung: Wurmkiste nicht überwässern – bei feuchten Wurmkiste weniger Wasser verwenden oder zusätzlich Karton zugeben) und mit einer Sprühflasche über die Wurmkiste verteilen. Das Substrat in der Wurmkiste sollte dabei gut durchgemischt werden um sicherzustellen dass die Flüssigkeit gut verteilt wird. Insgesamt 3-mal im Abstand von jeweils 5-7 Tagen anwenden. Vorsichtsmaßnahmen: Vor dem Anwenden muss die Packungsbeilage gründlich gelesen und alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.
  • Raubmilben: Viele unserer Kunden schwören bei Dungmücken auf den Einsatz von Raubmilben und konnten vom einem kompletten Verschwinden der Mücken berichten. Unsere eigenen Testergebnisse verliefen jedoch unzufriedenstellend aber vorenthalten möchten wir euch diese Möglichkeit trotzdem nicht.

3. Letzte Möglichkeit: Die aufwändigste Möglichkeit ist ein Austausch der Erde (zum Neustarten kann ein Kokosblock verwendet werden) inklusive Würmern nach einer Reinigung und Ruhepause (zwei Wochen) der Wurmkiste. Nimmst du deine bestehende Wurmpopulation, am besten die Würmer kurz waschen, sodass du kein Substrat mit Larven mit in die neue Kiste übersiedelst.

Trauermücken und Dungmücken können in der Tat sehr hartnäckig sein und man gut tut daran, schon bei wenigen Fliegen zu handeln. Auch im Sinne der eigenen Topfpflanzen. Wie eingangs erklärt, sind diese Fliegen in der Natur wertvolle Zersetzer. Daher empfehlen wir zwischendurch die FliegenFriedenMeditation.

Meditationuebung