Hier unsere besten Wurmkisten-Tipps für Sommer & Urlaub aus über sechs Jahren Wurmkisten-Support:

Standort bei hohen Temperaturen

Deine Wurmkiste steht im Innenraum: wähle den kühlsten Raum für deine Kiste. Tendenziell ist dies der Vorraum, das Badezimmer oder am Gang. Es sollte zu keiner direkten Sonnenbestrahlung kommen. Lüfte den Wohnraum und die Kiste in den kühlen Morgen- oder Abendstunden: Deckel auf, Wurmteeblende weggeben. Wenn es im Wohnraum wirklich warm wird, könntest du sie vorübergehend auch in den Keller stellen.

Deine Wurmkiste steht draußen: Morgen- und Abendsonne ist ok, ansonsten sollte deine Kiste definitiv im Schatten stehen. Als Faustregel gilt: dort wo es für dich nicht zu heiß ist, passt es auch für die Würmer in der Kiste. Feuchtigkeit regelmäßig überprüfen und Austrocknung vermeiden.

Kühlung für die Kiste

Wenn es trotzdem einfach unpackbar heiß ist in deiner Wohnung oder draußen, kannst du mit einer simplen “Plastikflaschen-Klimaanlage” für Kühlung sorgen. Lege eine Plastikflasche mit Wasser über Nacht ins Gefrierfach und gib sie am nächsten Tag wenn die Temperaturen steigen in die Wurmkiste. Einfach reinlegen. In Extremfällen – oder bei der größeren Familienwurmkiste – kann man auch 2 Plastikflaschen gleichzeitig verwenden. Auch wenn wir generell Plastik sparen möchten: Hier bitte keine Glasflasche verwenden, diese würde zersplittern.

Ich fahre in den Urlaub – meine Wurmkiste bleibt zuhause. Was gilt es zu bedenken?

Standort: wähle den kühlsten Raum bei dir zuhause. Meist Gang, Badezimmer oder Keller. Achte darauf, dass die Wurmkiste keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommt.

Futter:
Unter einer Woche: Deine Würmer brauchen keine extra Betreuung.
Unter drei Wochen: Futter für etwa eine Woche hineingeben, befeuchten und mit Kartonschnipseln mischen.
Über drei Wochen: Suche einen Wurm-Sitter. Ansonsten stelle sicher, die Wurmkiste an einen kühleren Standort zu platzieren und gib wie oben beschrieben Futter für eine Woche und viele Kartonschnipsel dazu.

Ideales Wurmkisten-Futter für deinen Urlaub sind ungedüngte Kokosfasern. Du findest sie bei uns im Shop einzeln als gepressten Kokos-Block oder als Bestandteil des großen Pflegesets. Wenn du zwei Wochen weg bist, sind deine Würmer mit einem halben Block – Fasern vorher in Wasser einweichen – bestens versorgt. Die Fasern speichern und halten auch gut die Feuchtigkeit.

Wurmteetasse leeren vor der Abreise. Schadet nicht :-)

Oje, doch zu heiß geworden: Kisten-Hitze-Stau

Du kommst aus dem Urlaub zurück und leider wurde es deiner Wurmkiste doch zu warm (was sich aber eigentlich mit den Tipps hier auf dieser Seite gut vermeiden lässt). Erkennen kannst du dies am plötzlich zusammengefallenen und matschigen Material in der Kiste. Die Würmer sind nicht mehr in den oberen Schichten zu finden, sondern haben sich nach ganz unten zurückgezogen. Zuerst denkst du wahrscheinlich, sie wären komplett verschwunden. Doch in den allermeisten Fällen sind sie einfach nur in Deckung nach unten verschwunden und tauchen bei rascher Hilfe zügig wieder nach oben auf.

Was die Würmer jetzt brauchen, ist Belüftung. Der zusammengefallene Inhalt bietet sonst nur unzureichende Sauerstoffzufuhr. Rasch helfen kannst du, in dem zu eine großzügige Menge Kartonschnipsel untermischt. Sieh sicherheitshalber ggf. auch unter der grünen Kiste nach. Wahrscheinlich ist auch hier eine Kartonschnipselgabe sinnvoll. Dies sorgt für gute Belüftung und saugt das Zuviel an Feuchtigkeit rasch auf. Gib auch die Blende der Wurmteetasse weg und lüfte regelmäßig mit offenem Deckel. Am besten gleichzeitig, wenn du den Wohnraum ohnehin lüftest. Wenn du deine Wurmkiste vor Fliegen schützen möchtest, hänge ein Fliegennetz oder ein großes Tuch darüber.

Nach wenigen Tagen sollte sich deine Wurmkiste erholen, ggf. aufgetretener Geruch verschwunden und die Würmer wieder in die oberen Schichten zurückgekehrt sein.

Für alle visuellen Wesen, hier noch unser Wurmhotline-Video. Wir wünschen einen schönen Sommer und angenehme Urlaubszeit.

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Ein Gastbeitrag von Marie Gandl, Zero Waste Austria

Meine Würmer sind Zero Heroes. Sie helfen mir tagtäglich, meinen Alltag ein Stück weit nachhaltiger zu gestalten und meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Doch was hat eine Kiste voll Würmern mit einem nachhaltigen Lebensstil zu tun? Und wie werden dadurch eigentlich Ressourcen eingespart? Hier gibt’s die Antworten:

Jemand, der/die keinen Garten mit Kompost zur Verfügung hat, kennt folgendes Szenario: Man kocht leckeres Essen mit frischen Zutaten, schält und zerkleinert Gemüse, schnippelt noch Obst fürs Dessert und freut sich auf eine ausgiebige Mahlzeit. Was (neben dreckigem Geschirr) nach dem Essen übrig bleibt, sind Küchenabfälle bzw. wertvoller Biomüll, der normalerweise im Restmüll oder in der nicht gerade geruchsneutralen Biotonne landet.

Weniger Müll dank fleißigen Mitbewohnern

Doch seit vor einem halben Jahr rund 500 Kompostwürmer in einer robusten Wurmkiste in meine Wohnung eingezogen sind, hat sich mein Küchenabfall drastisch reduziert. Die fleißigen Mitbewohner zerkleinern den Großteil meiner Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz und Teebeutel mit Links, arbeiten geruchs- und geräuschlos und produzieren dabei wertvolles, schwarzes Gold: frischen Wurmhumus!

Tatsächlich fressen die Würmer pro Tag rund die Hälfte ihres Eigengewichts an organischen Abfällen. So entstehen in einer Wurmkiste aus 80 bis 200 Litern Biomüll etwa 15 bis 30 Liter Wurmkompost. Bio-„Müll“, der in Städten oft der thermischen Verwertung zugeführt und verbrannt wird, kann durch den Prozess in der Wurmkiste zu einem wertvollen Dünger verwandelt werden. Neben dem schon erwähnten Wurmhumus, der unter Pflanzenerde gemischt werden kann, entsteht auch Dünger in flüssiger Form: der sogenannte Wurmtee. Dieser ist voller Nährstoffe und wunderbar für Zimmer- und Balkonpflanzen geeignet.

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Doch was hat das jetzt eigentlich mit Ressourcenschonung zu tun?

Durch den Verwertungsprozess können Obst- und Gemüsereste, Zeitungspapier-Schnipsel und Kaffeesatz im Kreislauf gehalten werden. Dies hat viele Vorteile: Wichtige Nährstoffe bleiben erhalten, dienen als wertvoller Dünger und gehen nicht in der Biotonne verloren. Es ist spannend zu beobachten, wie durch die Wurmkiste das Bewusstsein für Kreisläufe wächst und man ganz automatisch auch beim Einkauf auf die Qualität und die Verpackung von Lebensmitteln achtet. Meine Würmer freuen sich auf jeden Fall, wenn ich Obst und Gemüse mit nach Hause bringe, das in Karton verpackt ist – es handelt sich dabei ja schließlich um Futter und kann, anders als Plastik, wunderbar in der Wurmkiste kompostiert werden.

Durch die Wurmhumus-Produktion im eigenen Haushalt entfällt zudem der Kauf von konventionellen Düngemitteln, welche oft in Plastik verpackt sind. Positiver Nebenfaktor: Auch das Tragen der oft schweren Dünger-Säcke bleibt einem erspart!

Würmer als Klimaretter?!

All die bereits genannten Faktoren finde ich persönlich toll, weil sie positive, sicht- und spürbare Ergebnisse im Haushalt liefern. Doch die Wurmkiste wirkt sich zusätzlich auch positiv auf die Klimabilanz und den ökologischen Fußabdruck aus: Ein Großteil des Biomülls wird in den eigenen vier Wänden verwertet und muss nicht erst mit dem Müllwagen weite Strecken zur Müllverwertungsanlage zurücklegen. Durch den Transport, der entfällt, wird hochgerechnet jede Menge C02 eingespart.

Auch die heimische Produktion der Wurmkiste an sich trägt zu ökonomischer Nachhaltigkeit bei. Der Produktionsstandort befindet sich im schönen Oberösterreich, wo die Holzkisten per Hand aus regionalen Rohstoffen gefertigt werden. Die Wertschöpfung bleibt in der Region und Betriebe in der Umgebung profitieren ebenfalls davon.

Rundum ein ressourcenschonender Ansatz

Wie man sieht, trägt die Wurmkiste direkt und indirekt zu einem nachhaltigeren Lebensstil bei. Die Würmer helfen, die Zero Waste Philosophie im Alltag zu integrieren und gleichzeitig wertvolle Ressourcen zu verwenden, statt zu verschwenden. Ich bin stolz auf meine wurmigen Mitbewohner und geb‘ sie so schnell nicht mehr her!

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Die Familienwurmkiste ist für große Haushalte gemacht und verarbeitet täglich bis zu 1kg Biomüll.

Bleib „in Kontakt“ mit deinen Würmern und deiner Wurmkiste. Auch wenn man sich daran gewöhnt und sie ein liebgewonnener, lebendiger Einrichtungsgegenstand geworden ist, schadet es nicht, ab und zu einen genaueren Blick reinzuwerfen, vielleicht den schon verwerteten Biomüll etwas genauer anzusehen. Oft lassen sich so kleinere und größere Schwierigkeiten ganz leicht vermeiden.

Hab auch keine Scheu davor mal hineinzugreifen, Orte und Futter zu finden, die deinen Würmer besonders gut gefallen. Wenn du magst, natürlich mit Handschuhen, ansonsten einfach danach die Hände gut mit Seife waschen. Du kannst dir auch zB mit einem Löffel abhilfe schaffen, aber vorsichtig, dass du keine Würmer verletzt. 

So, nun alles Schritt für Schritt:

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es ist normal, dass der Deckel ein wenig nachdunkelt. Die Deckelinnenseite sollte immer wieder gut abtrocknen und nicht dauer-feucht sein.

 

Wie steht es um die Feuchtigkeit?

Um die aktuelle Feuchtigkeit festzustellen, gibt es einige Indikatoren:

  • Der Deckel soll nicht „dauerfeucht“ sein. In dem Fall regelmäßig untertags lüften und abtrocknen lassen.
  • Das Holz der gesamten Kiste darf sich mit der Zeit etwas dunkler verfärben, sollte aber nicht tief schwarz sein (das wäre ein Zeichen dafür, dass es „dauerfeucht“ ist, Abhilfe siehe oberhalb)
  • Ist die Hanfmatte feucht und sind viele Würmer drinnen ist dies ein gutes Zeichen. Sollte die Hanfmatte ganz trocken sein, dann ist es zu trocken in der Wurmkiste. In diesem Fall mit der Sprühflasche ein wenig nachhelfen und die oberste Schicht Bioabfälle befeuchten.
  • Das Substrat/halb verarbeiteter Biomüll soll gut feucht sein, aber nicht matschig! Ggf. Kartonschnipsel untermischen (saugen und durchlüften besser als Zeitungspapierschnipsel). Zum Check der Feuchtigkeit kannst du eine Faustprobe machen. Dafür eine Hand voll Substrat in die Hand nehmen, Würmer aussortieren und das Substrat in der Hand fest zusammendrücken. Sollte Flüssigkeit leicht zwischen den Fingern durchkommen, ist es ideal. Es soll jedoch nichts „herausrinnen“. Dann wäre es eindeutig zu feucht. Matschige Wurmkisten beginnen zu riechen, die Bedingungen für die Würmer sind dann nicht mehr ideal und es könnte auch sein, dass die Membran zunehmend verstopft. (siehe unterhalb bei Wurmtee)

Wie geht es den Würmern?

Die Würmer sollten, wenn du den Deckel öffnest auch in den oberen Schichten zu sehen sein. Sie ziehen sich durch das Licht sofort nach unten zurück. Es ist normal, dass die Würmer auch auf der Erntekiste herumturnen und die Hanfmatte erkunden. Diese wird ja auch liebend gerne von ihnen verspeist. Sollten sie sich aber zu Haufen zusammenknäueln oder zentimeterhoch stapeln, dann ist etwas nicht in Ordnung.

Die Farbe der Würmer sollte rosig sein, es ist normal, dass sie zum Schwanzende hin leicht gelb-weißlich sind. Wenn die Würmer schlapp oder sehr unbeweglich sind, sollte man die Lage gut beobachten. Die Würmer sollten keinesfalls Einschnürungen aufweisen. Das würde auf eine Vergiftung durch Eiweiß oder Kohlenhydrate hindeuten.

Bildet sich Wurmtee?

Die Bildung von Wurmtee variiert stark und hängt vom Standort, Biomüll und Karton/Papiermenge ab. Wenn die Wurmkiste in einer warmen Umgebung steht zB bei Fußbodenheizung gibt es weniger/keinen Wurmtee. In den ersten 2-3 Monaten ist das Ausbleiben des Wurmtees völlig normal. Bemerkst du allerdings nach einigen Monaten Normalbetrieb inkl. kleinerer oder größeren Menge an Wurmtee, dass deine Wurmkiste sehr feucht ist, aber trotzdem kein Wurmtee entsteht, ist wahrscheinlich die Membran, das Netz unten zum Ablaufen in die Wurmteetasse, verstopft. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Kiste vorsichtig auszuräumen und das Substrat und den Biomüll samt Würmern vorübergehend in einen Kübel mit Belüftung zu geben. Dann die Membran mit einem weichen Schwamm oder einer sehr weichen Bürste reinigen und etwas trocknen lassen. Anschließend das Material samt Würmern wieder in die Kiste geben. Wenn es sehr feucht ist, ist es empfehlenswert, einige Hände voll Kartonschnipsel vorsichtig unterzumischen. Diese Reinigung der Membran ist auch bei jeder Humusernte zu empfehlen.

So fütterst du richtig:

Fütterung: möglichst klein geschnitten, damit es rasch in Humus umgewandelt werden kann. Möglichst heterogen: eine gute Mischung aus Obst- und Gemüseresten, Karton/Papier-Schnipsel, Tee- und Kaffeetrester.

Mineralmischung: mit einem Abstand von 3 Wochen 1 Esslöffel puderzuckerartig auf die oberste Schicht Biomüll streuen. Danach ggf. ein wenig mit Wassersprühflasche befeuchten.

Wer lebt in der Wurm-WG?

Mitbewohner: Die Würmer haben fleißige Hilfe. Versuche diese mit Hilfe unserer Videos (Link 1 und 2 ) zu identifizieren. Bei normalen Mitbewohnern musst du nichts tun. Bei unerwünschten Gästen versuche die Ratschläge rasch umzusetzen, dann sollte bald wieder alles im Gleichgewicht sein.

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Fruchtfliegen-Fallen im Test

Fliegen vermeiden:

  • Fruchtfliegen vorbeugen: gleich bei der ersten Fruchtfliege im Frühsommer eine Fruchtfliegenfalle außerhalb und ggf. auch in der Kiste aufstellen. Auf keinen Fall abwarten – sonst werden es mit Sicherheit mehr statt weniger. Bioabfälle gleich verfüttern: Wenn er in einem Schüsselchen gesammelt wird und 1-2 Tage im Wohnraum steht, ist dies für die Fruchtfliegen eine Einladung, sich munter zu vermehren :-) HIER findest du wertvolle Tipps zum Fruchtfliegen vermeiden oder vertreiben. Eine wichtige Maßnahme zum Vorbeugen ist die Verwendung einer Hanfmatte, die den Biomüll für die Fliegen sehr schwer zugänglich macht.
  • Trauermücken vorbeugen: bereits bei geringem Befall handeln. Die Mücken gleich entfernen bzw. die Wurmkiste rechtzeitig mit Neem-Öl behandeln
  • Andere Fliegen vorbeugen: Manchmal legt eine Stubenfliege ihre Eier in die Wurmkiste, wenn man sie lüftet. Dies kann man vermeiden, indem man ein größeres Tuch oder Fliegennetz beim Lüften über die Kiste hängt.
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Schau auch unter die grüne Kiste

Auch wenn man die Würmer in der Wurmkiste grundsätzlich nicht zu sehr stören sollte, ist eine Kontrolle des halbfertigen Humus unterhalb der grünen Erntekiste durchaus empfehlenswert. Schaue ca. 2 Monate nach Einsetzen der grünen Kiste mal in den Bereich darunter. Ist er schon einigermaßen gut zersetzt und ev. schon schön krümelig? Dann ist alles optimal. Sollte er “matschig” sein, mische bitte 1-3 Hände (je nach Feuchtigkeit) Kartonschnipsel unter. Setze dann die grüne Erntekiste wieder ein.

Schon Zeit für die Ernte?

Frühestens nach 5-6 Monaten nach Start bzw. der letzten Ernte kannst du Wurmhumus aus deiner Wurmkiste holen. Vorher ist der Humus noch nicht optimal für deine Pflanzen und es befindet sich auch noch viel Fressbares für die Würmer darin, was bedeutet, dass noch viele Würmer im Humus sind.

 

 

Und jetzt? Hab ganz lange viel Freude mit deiner Wurmkiste. Wenn Fragen auftauchen sollten, die in diesem Artikel nicht beantwortet werden, findest du viele Antworten in unseren FAQs.

Die natürliche Aufgabe dieser etwa 1 bis 5mm kleinen, sehr dunklen bis schwarzen Mücken ist die Zersetzung von abgestorbener Biomasse, womit die Larven in der Natur grundsätzlich sehr nützlich sind.

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Sie sind weltweit verbreitet, es geht keine Gefahr von ihnen aus – auch wenn sie sehr nerven können – und es gab sie bereits in der Kreidezeit. Obwohl das Leben dieser Mücken mit ca. vier Tagen sehr kurz ist, können einige Arten in dieser Zeit hunderte Eier legen. Da sie sich also sehr freudig vermehren und sehr hartnäckig sein können ist es wichtig, rasch zu handeln. Es gibt ca. 35 verschiedene Dungmückenarten in Europa, diese leben gerne in Gruppen und in Wohnungen halten sie sich gern an Fensterscheiben auf.

Bei Trauermücken sind – wie der Name schon sagt – Flügel und Körper dunkel gefärbt und es gibt in Europa mehr als 600 Arten. Die Weibchen einiger Arten haben keine Flügel. Trauermücken können auch Pflanzenteile und Wurzeln anfressen und werden häufig mit gekaufter Pflanzenerde “eingeschleppt”. Typisch: Für die Paarung hängen sie oft mit den Hinterteilen aneinander (und können dabei sogar noch herumlaufen).

Trauermücken und Dungmücken sind manchmal sehr schwer zu unterscheiden. Jedoch sind die Möglichkeiten um sie wieder zum “Ausziehen” zu bewegen, sehr ähnlich. Daher behandeln wir hier beide gemeinsam. Folgende Schritte helfen dabei, den Vermehrungszyklus zu durchbrechen bzw. die Mücken zu vertreiben. Wichtig: Nutze kombinierte Methoden, um Fliegen UND Larven zu reduzieren. Wir testen seit 5 Jahre zu dem Thema. Hier die wichtigsten und hilfreichsten Tipps:

1. Vorbeugende Maßnahmen / Reduktion der Mücken

  • Herumkriechende Mücken mit einem Tuch wegwischen oder absaugen. Eine Apfelessig-Spülmittel-Falle im Wohnraum und in der Wurmkiste aufstellen. Diese reduziert sowohl Trauermücken, als auch mögliche Fruchtfliegen (1 Tropfen Spüli reicht aus). Gelbtafel auf der Deckelinnenseite der Kiste oder mit Stäbchen im Substrat befestigen. Topfpflanzen untersuchen. Bei sichtbaren Trauermücken die Pflanzenerde ebenfalls behandeln, sonst wandern die Mücken einfach zwischen Kiste und Pflanzen hin und her. Topfplanzen dazu mit Gelbtafel bestücken, Erdoberfläche im Topf mit Quarz/Volgelsand bedecken und mit Neem-Öl behandeln (Anwendung von Neem-Öl im Gießwasser laut Packungsbeilage).
  • Neem-Öl-Behandlung der Wurmkiste: Mit einer Sprühflasche wird eine Neem-Öl-Wasser-Mischung (richtiges Michverhältnis liegt bei Neem-Öl bei uns im Shop bei) mind. 1x pro Tag auf die Fliegen sprühen – also auf Deckelinnenseite, Kisteninnenseite und auf die Biomülloberfläche. Es werden damit nur die Fliegen behandelt und nicht die Larven. Somit hilft es auch nur bei leichtem Befall bzw. schafft nur kurzfristig Abhilfe. Eine kurze Anwendung in richtiger Dosierung schadet den Würmern nicht, allerdings ist von einer Langzeitbehandlung abzuraten.
  • Feuchtigkeit reduzieren: Trauermücken lieben Feuchtigkeit, die sie zur Vermehrung brauchen. Daher sollte zu viel Feuchtigkeit generell vermieden werden: dies gilt für die Wurmkiste und genauso für Topfpflanzen, um Trauermücken zu vermeiden bzw. loszuwerden. Normalerweise reicht die Feuchtigkeit aus, die im Biomüll ohnehin enthalten ist. Nur im Anlassfall (Hitze, sehr viel trockenes Futter) ist zusätzliches Befeuchten sinnvoll. Gegenmaßnahme bei zu viel Feuchtigkeit: regelmäßig lüften und Kartonschnipsel unterheben.

2. Starker Befall / Zusätzliche Schritte gegen die Larven

  • SF – Nematoden (Steinernema feltiae): Die Nematoden suchen aktiv nach den Mückenlarven und leben solange in der Wurmkiste, bis diese verschwunden sind. Nematoden sind lichtempfindlich und arbeiten bei 8-28 Grad Temperatur. Wichtig: Wassermenge beim Verabreichen der Nematoden so gering wie möglich halten. Während des Einsatzes der Nematoden darf das Substrat aber auch nicht austrocknen. Produktempfehlung NemaDepot-Kapseln von Enema®. Wichtig: SF Nematoden und Neem-Öl nicht in Kombination verwenden.
  • Bacillus thuringiensis: Wenn in deiner Wurmkiste Trauermücken wohnen und diese mit anderen Mitteln nicht loszuwerden sind, kann man ihnen mit dem Bacillus thuringiensis (Produktempfehlung: Culinex Tab plus®, Anwendungshinweise des Herstellers beachten) begegnen. Das Präparat enthält Proteinkristalle, die von dem Bakterium Bacillus thuringiensis produziert werden. Diese Proteinkristalle werden von den Larven der Trauermücken aufgenommen und damit der Stoffwechsel blockiert. Culinex wirkt nur gegen die Larven der Trauermücke, die erwachsenen Tiere müssen also separat beseitigt werden und es muss vermieden werden, dass diese neue Eier in die Wurmkiste legen. Am besten sollte eine Gelbtafel in der Wurmkiste angebracht werden und die oberste Schicht Biomüll immer mit einer Hanfmatte zugedeckt werden. Nach einer Behandlung mit Culinex kann man sich auch bei stark befallenen Kisten ein Veschwinden der Trauermücken erwarten. Culinex ist nicht gefährlich für die Würmer, Insekten oder Nützlinge der Wurmkiste. Es wird auch in der Landwirtschaft angewendet und darf laut Gesundheitsbehörde auch zum Gießen verwendet werden. Es ist im Wurmhummus also unbedenklich.Anwendung: Eine Tablette Culinex in ca. 0,2 L Wasser auflösen (Achtung: Wurmkiste nicht überwässern – bei feuchten Wurmkiste weniger Wasser verwenden oder zusätzlich Karton zugeben) und mit einer Sprühflasche über die Wurmkiste verteilen. Das Substrat in der Wurmkiste sollte dabei gut durchgemischt werden um sicherzustellen dass die Flüssigkeit gut verteilt wird. Insgesamt 3-mal im Abstand von jeweils 5-7 Tagen anwenden. Vorsichtsmaßnahmen: Vor dem Anwenden muss die Packungsbeilage gründlich gelesen und alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.
  • Raubmilben: Viele unserer Kunden schwören bei Dungmücken auf den Einsatz von Raubmilben und konnten vom einem kompletten Verschwinden der Mücken berichten. Unsere eigenen Testergebnisse verliefen jedoch unzufriedenstellend aber vorenthalten möchten wir euch diese Möglichkeit trotzdem nicht.

3. Letzte Möglichkeit: Die aufwändigste Möglichkeit ist ein Austausch der Erde (zum Neustarten kann ein Kokosblock verwendet werden) inklusive Würmern nach einer Reinigung und Ruhepause (zwei Wochen) der Wurmkiste. Nimmst du deine bestehende Wurmpopulation, am besten die Würmer kurz waschen, sodass du kein Substrat mit Larven mit in die neue Kiste übersiedelst.

Trauermücken und Dungmücken können in der Tat sehr hartnäckig sein und man gut tut daran, schon bei wenigen Fliegen zu handeln. Auch im Sinne der eigenen Topfpflanzen. Wie eingangs erklärt, sind diese Fliegen in der Natur wertvolle Zersetzer. Daher empfehlen wir zwischendurch die FliegenFriedenMeditation.

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