Du weißt, dass deine Bio-Reste in Zukunft kompostiert werden. Dein Biomüll freut sich auch schon? Wunderbar, denn: jede Schale, Tee-Rest oder Kaffeesatz, der im natürlichen Kreislauf bleibt, ist wertvoll.
Doch hast du alles, was du für einen guten Start brauchen wirst? Hier die Checkliste für dich!

 

1. Die richtige Kiste wählen

Wahrscheinlich hast du schon eine Idee, welchen Heim-Komposter du möchtest. Um sicher zu gehen, beantworte diese beiden Fragen:

Wieviele Personen leben im Haushalt?

Wo soll die Wurmkiste stehen?

Du hast vermutlich schon einen guten Platz für die Wurmkiste ausgesucht, am besten natürlich gleich nahe an dem Ort, wo der Biomüll entsteht, damit er ohne Umwege in die Wurmkiste wandern kann. Wir haben noch diese Tipps zum Standort für dich:

  • drinnen, in der guten Stube/Küche/Esszimmer/Wohnzimmer/Vorzimmer/Garage … Gute Nachrichten! Alle Wurmkistenmodelle und auch den WormBag kannst du für drinnen verwendet.
  • draußen, bei milden Temperaturen = für alle Modelle möglich, sofern vor Nässe und direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Wähle besser ein Modell mit Holzdeckel (und abnehmbarem Hirsekissen)
  • ganzjährig draußen = Familienwurmkiste und Wormbag; diese sollten überdacht und geschützt stehen (z.B.: an der Hauswand). Direkte Sonneneinstrahlung im Sommer vermeiden. Für einen Start im Winter besser drinnen beginnen. Bei geringem Füllstand hätten die Würmer nicht genug Rückzugsmögichkeiten.

Faustregel für die Standortwahl: Dort wo es wir Menschen den ganzen Tag gut aushalten würden, ist es auch für die Würmer in der Wurmkiste ideal. Ein schattiger Platz ist zu bevorzugen. Nicht passend wäre ein Balkon mit Mittags- und Nachmittagssonne im Sommer.

 

2. Selbstbauset oder Fertige Kiste?

Gleich vorweg: Du bekommst eine erprobte Schritt-für-Schritt Anleitung fürs Zusammenbauen von uns PLUS Videobauanleitung (auf ‘Österreichisch’, aber die meisten verstehen es ganz gut ;). Alle Teile sind passend zugeschnitten, gefräst und vorgebohrt.
Trotzdem bleibt dir die Wahl zwischen

  • Du hast Freude daran, das Zuhause für deine neuen Haustiere selber zusammenzubauen – vielleicht gleich gemeinsam mit deiner Familie, Kindern oder Mitbewohnern. Ihr könnt die Wurmkiste noch nach euren Vorstellungen selber gestalten und bemalen. In der beigelegten Bauanleitung und unseren Video-Anleitungen ist alles Schritt-für-Schritt erklärt und falls es doch Fragen gibt beim Zusammenbauen, sind wir auch für dich telefonisch oder per E-Mail erreichbar.
  • Wenn du allerdings denkst “Ich habe keinen Akkuschrauber, und das ist gut so!” ;-) gibt es natürlich auch die Variante: Paket öffnen, auspacken und mit der mitbestellten Wurmpopulation gleich loslegen.

Die Selbstbausets der Wurmkiste und Familienwurmkiste sind natürlich deutlich günstiger. Da wir die Wurmkisten selbst in unserer Werkstatt in Andorf sorgfältig zusammenbauen, nicht “irgendwo” fertigen lassen und dafür auch normale Löhne bezahlen möchten, schlägt sich das natürlich auch im Preis nieder. Und das was davon übrig bleibt, stecken wir ohnehin gleich in neue Wurmkompostierungs-Forschungsprojekte.

3. Würmer gleich mitbestellen?

Du erhältst bei uns die passenden Würmer für dein Kompostier-Projekt: Egal ob Wurmkiste, WormBag oder Komposthaufen. Wir verschicken sie in ausreichend Substrat, damit es ihnen auf der Reise mit der Post zu dir an nichts fehlt. Ob du sie gleich gemeinsam mit deiner Kiste bestellst, oder erst später, hängt davon ab, wie rasch die Würmer nach ihrer Ankunft bei dir einziehen können:

  • Die Würmer ziehen rasch ein < 1 Woche
    Wenn du eine fertig zusammengebaute Wurmkiste (egal welches Modell) oder den WormBag bestellst, kannst du eine Wurm-Startpopulation auf jeden Fall gleich mitbestellen. Die Würmer können ja nach Erhalt gleich in ihr neues Zuhause einziehen.
    Wenn du dich für ein Selbstbauset entschieden hast, sollte zwischen Erhalt der Kiste und dem Zusammenbauen nicht mehr als eine Woche liegen. In dem Fall kannst du die Würmer auch gleich mitbestellen. Das spart natürlich Versandkosten.
  • Die Würmer können nicht gleich einziehen > 1 Woche
    Sollte allerdings mehr als eine Woche zwischen Zustellung und möglichen Einzug der Würmer liegen, dann bestelle die Wurmpopulation besser erst, wenn ihr Zuhause bereit ist.

Gut zu wissen: Wenn du eine Wurmkiste bei uns bestellst, sind die Würmer nicht automatisch dabei, du muss sie im Warenkorb noch hinzufügen.

4. Praktisches Zubehör für den Start

Es ist hilfreich, eine Sprühflasche zu Hause zu haben, um das Substrat in der Kiste mit Wasser zu befeuchten. Beim Hineinsprühen kann das Substrat die Flüssigkeit leichter aufnehmen, als wenn man das Wasser einfach nur hineinschütten würde.

Für die Selbstbausets brauchst du einen Akkuschrauber und etwas Speise-Leinöl (aus dem Supermarkt), damit du gleich mit dem Zusammenbauen loslegen kannst (für das Selbstbauset der Familienwurmkiste brauchst du das Leinöl nicht).

Wenn du gleich für die nächsten 6-12 Monate vorsorgen möchtest, kannst du bei deiner Wurmkistenbestellung gleich ein Pflegeset oder ein Pflegeset groß dazunehmen. Darin sind Hanfmatten und ggf. weiteres Zubehör wie Kokosblock und Mineralmischung enthalten. Eine Hanfmatte reicht für ca. 1-2 Monate. Spätestens dann hat sie als Kinderstube ausgedient und die Würmer haben sie vermutlich auch schon angeknabbert. (Eine Hanfmatte und eine Packung Mineralmischung sind bei der Kistenbestellung automatisch enthalten)

Auch nicht unwichtig: Sind alle Haushaltsmitglieder auf den Einzug der Wurmkiste eingestimmt oder zumindest informiert? Für uns sind Würmer natürlich coole Haustiere. Manche brauchen allerdings ein bisschen Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen. Vielleicht schaut ihr euch noch gemeinsam die 9+1 gute Gründe für eine Wurmkiste oder unsere Videos an :-)

5. Wie wird die erste Zeit mit den neuen Haustieren?

Am Anfang brauchen die Wurmis noch etwas Eingewöhnungszeit. Das Substrat, in dem sie geliefert werden ist gleichzeitig auch Futter für sie.

Die erste Biomüll-Fütterung ist am 3. Tag, nachdem sie in die Wurmkiste eingezogen sind. Am Anfang ist die notwendige Futtermenge auch wirklich gering: 1 Esslöffel bis max. 1 kleine Tasse pro Tag, denn zu Beginn ist es wirklich wichtig, die Würmer und die Mikroorganismen nicht zu überfordern und mit kleinen Mengen zu starten. Aber das wird sich rasch ändern 😊.

Innerhalb von 6 Monaten verspeisen die Würmer, gemeinsam mit den Mikroorganismen, dann bis zu 500g (normale Wurmkiste bzw. Wurmhocker), 1000g (Familienwurmkiste) oder sogar bis zu 2000g (WormBag) pro Tag.

Nach circa 3 Monaten entsteht dann auch zum ersten Mal Wurmtee, den man zum Gießwasser für die Pflanzen beimischen kann – möglichst frisch verwenden! Und nach 6 Monaten wird man auch mit der ersten Humus-Ernte belohnt.

Es macht große Freude, die Wurmkiste und ihre Bewohner zu beobachten. Es ist auch wichtig, in Kontakt zu bleiben. Auch wenn sich die Wurmkiste langsam vom aufregenden neuen Forschungsobjekt zum normalen – wenn auch innen lebendigem – Einrichtungsgegenstand wandelt, ist es gut, immer wieder mal ausgiebig reinzuschauen um Veränderungen wahrzunehmen und ggf. frühzeitig reagieren zu können.

Wir hoffe, du hast die für dich passende Kiste gefunden und bist jetzt optimal für das ‘Abenteuer Kompostieren’ vorbereitet.

Falls noch Fragen offen sind, schau mal bei den FAQs vorbei!

Immer wieder fragen uns Menschen, warum wir gerade Holz als Rohstoff für unsere Wurmkisten gewählt haben. Wir könnten doch auch Wurmkisten aus Kunststoff produzieren lassen, in Asien, viel billiger, in größerer Menge und und und. Mit diesem Argument haben sie recht, wir könnten. Wollen wir aber nicht.
Da wir uns als umweltbewusstes Unternehmen auch im Privatleben über die großen Probleme unserer Zeit Gedanken machen und versuchen, Teil einer Lösung dieser zu sein, fiel die Wahl der Rohstoffe und die Ausrichtung des Start-Ups ziemlich leicht. Gerne würden wir über die Vorteile plaudern:

Holz lässt Würmer nicht schwitzen, Plastik schon

Dass der Naturstoff Holz atmet, wissen viele. Dass sich diese Eigenschaft positiv auf die Wurmkompostierung auswirkt, merken die meisten erst, wenn sie von Problemen anderer Wurmfarmbetreiber:innen lesen bzw. hören, die bei ihnen nicht auftreten, wie etwa das „Schwitzen“: Im Idealfall besteht der Plastik-Wurmkomposter aus einer ungiftigen Kunststoffart, die keine Weichmacher und andere bedenklichen Substanzen abgibt (Vorsicht bei Billigkäufen!). Sollte dieser auch noch dicht sein, bist du vor einem Fruchtfliegenbefall sicher.

Das kann jedoch zu einem Problem führen: Kommt es zu einem übermäßigen Feuchtigkeitsgehalt (Wurmtee läuft nicht durch den verstopften Hahn, keine Membran oder Drainage, etc.) kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem Wurmsterben kommen. Da die Kompostwürmer keine Lungen besitzen und den benötigten Sauerstoff über ihre Haut aufnehmen, würden sie im Extremfall ersticken. Weiters kann ein zu feuchtes Milieu in Verbindung mit anderen Faktoren – wie etwa zu dicht gedrückten Obst- und Gemüseresten – zu Fäulnis führen.

Wurmkisten aus Holz hingegen „atmen“ und geben anfallende Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Auch im eingeölten Zustand, etwa mit Leinöl behandelt, verfügt das Holz über eine bessere hygroskopische Eigenschaft (eine gute Austauschfunktion in Bezug auf Feuchtigkeit) als es mit Plastik jemals möglich wäre.

Stehen hölzerne Wurmkomposter im Freien, sind sie bezgegenüber schnellen Wetterumschwüngen besser gerüstet, als Wurmkomposter aus Kunststoff. Der Grund? Die Porosität und die Dicke des Holzes macht den Stoff zu einem schlechten Wärmeleiter. Vereinfacht ausgedrückt: Kommt spontaner Frost, dringt Kälte langsamer in die Wurmkiste aus Holz, als in jene aus Plastik.

Ist die Wurmkiste außerdem ausreichend dimensioniert, kann sie auch bei kalten Temperaturen draußen stehen. Widerstandsfähige Holzarten, wie etwa Lärche, können sogar dem Regen ausgesetzt werden. Unsere Familienwurmkiste kann deshalb problemlos bis zu 11 Monate jährlich draußen verbringen.

Ein Stück Natur im Wohnraum

Wir finden: Wurmkisten aus Holz fügen sich besser in den Wohnraum, als ein hoher Plastikturm. Das Naturmaterial ist im unbehandelten Zustand ungiftig, folglich gibt es keine bedenklichen Ausdünstungen, die bei Kunststoffprodukten auftreten können. Einzigartige Maserungen des Holzes lassen jede Wurmkiste zu einem Unikat werden. Da Holz leicht zu bearbeiten ist, besteht auch die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung der Box: Anbringen von Knöpfen, Sägen von Mustern und vieles andere Ideen sind mit etwas Geschick leicht umsetzbar.

      

Wie lange hält eine Wurmkiste aus Holz?

Bedenken bezüglich der Haltbarkeit von Wurmboxen aus Holz sind völlig unbegründet. Die älteste Wurmkiste, die unser Büro beim Entsorgen unserer Bioabfälle unterstützt, ist bereits 7 Jahre alt! Lediglich Weichholz-Schichten wurden oberflächlich angeknabbert. Das Innere der Wurmkiste erinnert jetzt an einen älteren Parkettboden. Wir gehen bei einer ordnungsgemäßen Handhabung von einer Nutzungsdauer bis zu 15 Jahren aus.

 

Dies sind nur einige Gründe für die Wahl unseres Rohstoffes. Viel weiter geht der Gedanke, wenn wir die Auswirkungen auf andere Bereiche betrachten:

Regionaler Arbeitgeber + regionale Wertschöpfung

Wir beziehen unsere Rohstoffe so gut es geht von regionalen Betrieben. Wir fördern damit nicht nur die regionale Wirtschaft und wirken somit der Landflucht entgegen, sondern sorgen auch dafür, dass Familienbetriebe weiter existieren. Weiters besteht eine Zusammenarbeit mit einem integrativen Betrieb, der Menschen mit Beeinträchtigungen dem Weg zum Arbeitsmarkt ermöglicht. Jede Kiste die von uns in Handarbeit liebevoll gefertigt wird, sichert somit viele Arbeitsplätze.

Nachwachsende Rohstoffe & weniger CO2 Emissionen

Da der Hauptbestandteil unserer Wurmkiste aus Holz besteht, verwenden wir einen Rohstoff, der nachwächst. Mit unserer Holzwahl sorgen wir für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung unserer Wälder. Obwohl die Nutzung anderer Holzsortimente oft wesentlich billiger wäre, stehen bei uns auch die kurzen Transportwege im Fokus, die weniger CO2 Emissionen zur Folge haben.

Wie ihr seht, macht unser Konzept Sinn. Ständig versuchen wir, unsere Produkte und Abläufe zu verbessern. Wir sind offen für Vorschläge und freuen uns auf euer Feedback!