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Trauermückenalarm! Diese 2 bis 5 mm großen Mücken kommen in der Natur sehr häufig vor und ihre Aufgabe ist die Zersetzung von abgestorbener Biomasse, womit sie grundsätzlich sehr nützlich sind. Sie sind schwarz und werden oft auch als „schwarze Käfer“ gesehen. Trauermücken lassen sich leicht an ihrem auffälligen Paarungsverhalten erkennen, bei dem sie mit verbundenen Hinterteilen umherlaufen. Und da sie wahre Vermehrungskünstler sind, und wenn man nichts gegen sie unternimmt, kann ihre Anwesenheit in der Wurmkiste unangenehm werden. Meist ziehen sie durch gekaufte Erde oder bereits befallene Pflanzentöpfe ein. Sie fühlen sich auch eher in zu feucht gehaltenen Wurmkisten wohl.

Folgende vier Schritte helfen dabei, Trauermücken zu vertreiben oder auf ein verträgliches Maß zu reduzieren:

  1. Leichter Befall (bis zu 20 Mücken beim Öffnen des Deckels sichtbar): Gelbtafel auf Deckelinnenseite anbringen (im Gartenmarkt erhältlich). Die herumkrabbelnden Mücken  mit einem Tuch wegwischen oder absaugen. Das reduziert die Anzahl deutlich.
  1. Schwerer Befall (mehr als 20 Mücken):
    Neemölbehandlung
    Die Wurmkiste für 1-2 Wochen in den Abstellraum oder in den Keller stellen. Neemöl mit Wasser verdünnen und in eine Sprühflasche geben (erhältlich bei uns im Onlineshop). Über 2 Wochen konsequent täglich sparsam zweimal direkt auf die Fliegen am Deckel und in der Kiste sprühen (Bei Deckel mit Stoffbezug, ev. herabtropfende Flüssigkeit auffangen, damit der Stoff trocken bleibt). Dadurch unterbricht man den Vermehrungszyklus. Den Würmern schadet das Öl in dieser Verdünnung nicht, es wirkt aber generell gut bei unerwünschtem Larvenbefall, u.a. von Trauermücken.
    Ein vorübergehender Bioabfall-Futter-Stopp erhöht die Effektivität der Neem-Öl-Behandlung. Zusätzlich kann die oberste Schicht Biomüll mit einem großen Blatt Zeitungspapier oder Karton abgedeckt werden (auch auf die Ecken achten und „abdichten” – siehe Foto), um die Larven am Ausfliegen zu hindern. Wenn auch Topfpflanzen befallen sind, müssen diese wegen möglicher Reinfektion mitbehandelt werden.ACHTUNG: Der Einsatz von Neemöl erhöht die Feuchtigkeit: Der zunehmenden Nässe in der Kiste mit Kartonschnipsel-Fütterungen entgegensteuern.
    Nematodenbehandlung
    Am besten die lichtempfindlichen Nematoden früh morgens oder abends ausbringen. Die SF-Nematoden mit ca. ½ Liter Wasser in eine kleine Gießkanne geben, umrühren, 5 Min warten und nochmal gut umrühren. Währenddessen ein paar Kartonschnipsel vorab in die Kiste geben um überschüssiges Wasser etwas aufzusaugen und die Wurmteetasse vorab nochmal leeren. Nun das gesamte Wasser mit den Nematoden in die Wurmkiste gießen. Die kleinen Fadenwürmer vertilgen die Trauermücken larven nach und nach, daher ist eine Erleichterung der Mücken erst nach Tagen sichtbar. Bei einem sehr starken Befall kann man die Behandlung nach ca. 2 Wochen wiederholen. Die meisten Packungen enthalten mehr als genug Nematoden für 2 Behandlungen, weshalb du gerne die gekaufte Packung aufteilen kannst.
    Durch die zusätzliche Zugabe von Wasser erhöht sich auch hier die Feuchtigkeit in der Wurmkiste, am besten mit Kartonstückchen gegenwirken.
  1. Frosttherapie: Bei kälteren Außentemperaturen (-5°C bis +3°C) kann man die Wurmkiste über Nacht mit geschlossenem Deckel draußen stehen lassen und am Morgen bei Tageslicht für ein paar Stunden den Deckel öffnen. Kaltes und trockenes Klima mögen Trauermücken gar nicht. Da diese Behandlung nur für wenige Tage durchgeführt wird, haben die Würmer in dieser Zeit die Möglichkeit sich nach unten in die isolierenden Schichten zurück zu ziehen.
  2. Letzte Möglichkeit: Die aufwändigste Möglichkeit ist ein Austausch der Erde (zum Neustarten kann ein Kokosblock verwendet werden) inklusive Würmern nach einer Reinigung und Ruhepause (zwei Wochen) der Wurmkiste. Nimmst du deine bestehende Wurmpopulation, am besten die Würmer kurz waschen, sodass du kein Substrat mit Larven mit in die neue Kiste übersiedelst.